Bundesliga-reform: 16 oder sogar 18 teams?

Die österreichische Bundesliga steht vor einem Umbruch. Während die Liga bereits 2018 von zehn auf zwölf Teams aufgestockt wurde, brodelt es nun hinter den Kulissen weiter. Der Ligaverband erwägt eine weitere Reform, die die Anzahl der Teams auf 16 oder sogar 18 erhöhen könnte – ein Schritt, der weitreichende Folgen für die Liga und ihre Teilnehmer haben wird.

Geheime gespräche und politische manöver

Laut Berichten des „Kurier“ werden in geheimen Gesprächen zwischen mehreren Klubs derzeit die Vorbereitungen für eine Aufstockung des Kaders getroffen. Die Motivation dahinter ist vielfältig: Insbesondere kleinere Bundesligisten und ambitionierte Zweitligisten sehen in einer größeren Liga die Chance auf höhere Einnahmen und größere Sichtbarkeit. Namen wie Altach, Ried, BW Linz und der GAK werden dabei genannt, die sich lautstark für die Reform einsetzen.

Ein entscheidender Faktor ist die notwendige Zweidrittelmehrheit in der Satzung der Österreichischen Fußball-Bundesliga (ÖFBL). „Es müssen nur noch zwei bis drei Klubs überzeugt werden, dann gibt es die“, so ein namentlich nicht genannter Funktionär im „Kurier“. Doch die großen Namen der Liga – Rapid, Sturm und Salzburg – scheinen die Idee skeptisch zu betrachten, wohl aus Furcht vor einer Verwässerung der Qualität der Bundesliga.

Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer bestätigte die Gespräche gegenüber dem „kicker“ und betonte, dass es darum gehe, „eine gesunde Pyramide in Österreich“ zu schaffen. Dabei spiele der Sport zwar eine wichtige Rolle, aber auch die Wirtschaftlichkeit müsse berücksichtigt werden. Die finanzielle Situation vieler Zweitligaklubs ist bekanntlich angespannt, was die Notwendigkeit einer Reform unterstreicht.

Sky und die zukunft der rechte

Sky und die zukunft der rechte

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rolle des Rechteinhabers Sky. Der aktuelle Vertrag läuft bis Sommer 2030 und könnte durch eine Formatänderung vor 2030 torpediert werden. Ebenbauer betonte, dass man „ganzheitlich denken“ müsse und auch die Landesverbandsausbildungszentren (LAZ) sowie die Akademien im Blick behalten solle. Es geht um die Zukunft des gesamten österreichischen Fußballs, nicht nur um die Bundesliga.

Die Idee einer 16er-Liga ist in Österreich nicht neu. Bereits in den 1980er-Jahren (1982 bis 1985) wurde sie kurzzeitig umgesetzt, allerdings ohne den erhofften Zuschauer-Boom. Das Experiment wurde nach nur drei Spielzeiten beendet. Ob die aktuelle Reform besser gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung wird im Herbst 2026 fallen, wenn sowohl die Bundesliga als auch der ÖFB ihre jeweiligen Prozesse abgeschlossen haben. Bis dahin bleibt die Debatte um die Zukunft des österreichischen Oberhauses spannend und voller politischer Intrigen. Die Frage ist: Wird die Liga den Mut haben, einen neuen Weg einzuschlagen, oder wird sie an der bewährten Struktur festhalten? Das Ergebnis wird die Zukunft des österreichischen Fußballs maßgeblich beeinflussen.