Bulega erzwingt in portimão den nächsten machtakt – ducati-poker lässt gegner ratlos
Portimão war nur die Bühne, Nicolò Bulega der Regisseur. Mit einem Start, der an ein Katapult erinnerte, zog der Italiener schon in Kurve eins die Quintessenz dieser Saison: Wer ihn schlagen will, braucht mehr als nur PS. 18 Runden später hatte er 37 Punkte Vorsprung – und die Konkurrenzkonnte den Pullover schonmal für 2025 einpacken.
Ein ruck, ein lächeln, ein weggebügeltes feld
Die Zahlen sind so kühl wie seine Führung: 1:39,4 Minuten Vorsprung auf Iker Lecuona, 37 Zähler Vorsprung auf Axel Bassani in der WM. Doch die Geschichte steckt im Detail. Bulega schaltet zwei Gänge höher, bevor die Gegner überhaupt die Kupplung lösen. Er trifft die Bremspunkte so spät, dass die Dateningenieure schon Alarmstufe gelb eingeplant hatten. Und er trägt einen neuen Heckfender, der so leicht ist, dass er sich unter Last biegt – ein Trick, den kein Gegner bislang kopiert hat.
Hinten raus erlebte Yari Montella den Albtraum der Ducati-Konkurrenz: Startplatz zwei, Startschuss – und schon ist er Sechster. Ein verpatzter Wheelie, das Hinterrad tanzt, die Reifen bleiben kalt. „Ich habe zu frisch getankt“, sagt er später, aber die Mechaniker wissen: Wer gegen Bulega startet, muss perfekt sein. Montella war es nicht.

Miguel oliveira riss sich den letzten podestplatz vom herzen
Die Tribüne kochte, als der Portugiese Miguel Oliveira die letzte Runde startete. Er kam als Vierter aus dem S, holte sich in Kurve 12 die Innenspur und jagte mit offenem Visier über den Bergkamm. 0,162 Sekunden behielt er vor Alex Lowes – genug für sein erstes Algarve-Podium seit 2020. „Ich hätte auch mein Motorrad verkauft, um heute hier zu stehen“, sagt er mit zitternder Stimme. Die Menge vergaß für Sekunden, dass ihr Landesheld eigentlich nur Dritter wurde.

Supersport-blitz: debise räumt ab, masiá übernimmt das zepter
Die kleine Klasse lieferte das Drama, das die Großen vermissen ließen. Valentin Debise nutzte den Sturz von Can Öncü in der letzten Kurve und schob sich mit einer ZXMOTO-Victory in die Geschichtsbücher – der erste Sieg für die Franzosen-Marke überhaupt. Jaume Masiá fuhr konstant mit, kassierte wichtige Punkte und ist nun Tabellenführer. 51:49 Punkte vor Albert Arenas – Spanien diktiert auch hier das Tempo.
Worldspb: torres vs. salvador – ein kracher mit 23 tausendsteln
Die neue WorldSPB-Klasse schlug ein wie eine Bombe. Antonio Torres lag vor der letzten Runde noch 0,4 Sekunden zurück, schlich sich innen an und drückte David Salvador in der Galerie so knapp aus, dass die Transponder am Zielstrahl kaum unterschieden. 0,023 Sekunden – das ist weniger als ein Augenzwinkern. Torres sprach später von „Gänsehaut pur“, Salvador nur von „Sch…-Timing“. Beide tragen künftig das gleiche Logo auf der Brust – der Teamgeist dürte am Sonntag kurz vor dem Brutzeln sein.
Frauen-wm: maría herrera schreibt kapitel 13
Die Königin bleibt die Königin. María Herrera ließ Paola Ramos und Beatriz Neila auf dem trockenen Algarve-Asphalt stehen und feierte ihren 13. Sieg in der FIM Women’s World Cup. Keine Geste, kein Jubel – sie winkt nur kurz in Richtung Box, als wäre das alles Alltag. Die Konkurrenz weiß: Solange Herrera Gas gibt, bleibt die Krone in Spanien.
Die Rennmaschinen ruhen nur 14 Stunden. Am Sonntag startet die zweite Portimão-Heat – und Bulega hat schon angekündigt, „noch eine Schippe draufzulegen“. Die Gegner werden sich fragen müssen, ob sie überhaupt noch eine Antwort parat haben. Die Antwort lautet: wahrscheinlich nicht.
