Budapest-schock für titelverteidigerinnen: novakovic zieht trotz siegen die reißleine

Die deutschen Beachhandballerinnen flogen als Titelverteidiger nach Budapest – und bekamen eine Lehrstunde serviert. Fünf Länderspiele gegen Ungarn, vier Trainingseinheiten, ein einziges Ergebnis: Alexander Novakovic sieht seine Mannschaft noch lichtjahre vom WM-Top-Niveau entfernt.

Die unbequeme wahrheit hinter den siegen

Ja, sie gewannen. Aber das zählt nicht. „Wir haben Dinge erkannt, an denen wir arbeiten müssen“, sagt der Bundestrainer nach dem Lehrgang, und sein Ton klingt wie ein Kratzer im Lack des Weltmeister-Trosses. Vor allem die Rotation. Leonie Bassiner (FüchseBerlin), Tabea Frank (Borussia Dortmund) und Zoe Krüger (Zürich) durften ran – doch die Maske fiel: Ausfälze zwingen Novakovic, ständig umzubauen. „Wir müssen schnell in die nötigen Automatismen finden“, fordert er. Ein Satz, der wie ein Ultimatum klingt.

Der Juli rückt näher. Die WM in Frankreich. Titelverteidigung. Druck. Und genau deshalb fliegt das Team bereits in vier Wochen nach Frankreich – erneut ins Feuer gegen ein nationales Top-Team. Kein Luxus, sondern pure Überlebensübung.

Talente glänzen, routine fehlt

Talente glänzen, routine fehlt

Positiv: Die Debütantinnen lieferten sich kleine Duelle mit der Zukunft. Bassiners Sprungkraft, Franks Spielübersicht, Krügers Abwehrinstinkt – alles schimmerndes Rohmaterial. Doch Rohmaterial reicht nicht, um Titel zu verteidigen. Novakovic weiß: Ein paar glänzende Einzelleistungen reichen nicht, wenn das Kollektiv nicht ruckzuck verschweißt ist.

Die Gegner schlafen nicht. Ungarn hat gezeigt, wie man die deutsche Defensive entblättert. Frankreich wartet. Und hinter dem Horizont lauert der Rest der Welt.

Fazit: Der Auftakt war kein Fest, sondern eine Standortbestimmung – und die Lage ist alles andere als komfortabel. Wer im Juli Weltmeister bleiben will, muss jetzt zügig liefern. Die Uhr tickt. Laut.