Buchele wird zur mauer: göppingen stoppt eisenach mit spektakulärem finish

26:23 – das klingt nach knapper Kiste, war aber ein K.o. Julian Buchele riss ThSV Eisenach in der Schlussphase die Hoffnung aus der Brust, indem er drei Hochkaräter wegputzte und die Gäste damit auf 0:7 Auswärtspunkte in dieser Saison verharren lässt.

Die Zahlen sind hart: zwölf Paraden, sieben davon in den letzten acht Minuten, eine Quote von 44 Prozent. Für Eisenach-Coach Jens Häusler war das der »Moment, der alles entscheidet«. Sein Team führte 21:20, doch dann kam Buchele und drehte den Schalter. »Ich hab nur gedacht: Jetzt ist dein Spiel«, sagte der 23-Jährige später, als hätte er den Gegner einfach ausgeblendet.

Die abwehr zieht die kette zu

Was half, war nicht nur der Schlussmann, sondern auch die Viererkette davor. Göppingen presste Eisenach in eine 5:1-Deckung, erzwang drei technische Fehler und schnürte den Kreis weitgehend zu. »Wenn Julian so stark ist, wachsen wir alle«, erklärte Rückraumspieler Marcel Schiller. Die Statistik bestätigt es: In den letzten vier Spielen kassierte Göppingen nur 23,5 Treffer im Schnitt – Liga-Topwert.

Eisenach hingen in Hälfte eins bereits hinterher, weil sie sieben klare Würfe aus neun Metern frei vor Torwart Johannes Bitter vergaben. Felix Aellen sprach es offen aus: »Wenn wir die freien Dinger reinmachen, ist die Partie zur Pause gelaufen.« Stattdessen ließen sie Buchele aufblühen – und der bestrafte jeden Zweifel mit einem Reflex.

Ruhe statt show – bucheles geheimrezept

Ruhe statt show – bucheles geheimrezept

Was den Keeper so stabil macht? Keine spektakuläre Show, sondern reduzierte Technik. »Wir haben trainiert, dass ich die Hände zuerst still halte und dann erst reagiere«, sagte er. Die kleine Verzögerung verhindert frühe Bewegungen und vergrößert die Fangfläche. Das klappt inzwischen so gut, dass selbst seine Co-Trainer von einer »Buchele-Zone« sprechen, sobald er ins Tor flitzt.

Mit dem Sieg springt Göppingen auf Platz sechs und blickt nach oben. Nächste Woche geht’s nach Lemgo, danach empfangen die Schwaben den SC Magdeburg. »Wir wollen einen großen Fisch fangen«, sagte Buchele und klang dabei, als hätte er bereits den nächsten Handballhimmel im Visier. Eisenach muss indes weiter auf den ersten Auswärtserfolg warten – und irgendwann findet sich vielleicht auch mal ein Tor, das hinter ihm landet.