Brüder als kapitäne: schlotterbecks schreiben bundesliga-geschichte

Nico und Keven Schlotterbeck liefen sich am Samstag als Kapitäne auf dem Dortmunder Rasen gegenüber – ein Novum in 61 Jahren Bundesliga. Der BVB besiegte Augsburg 2:0, doch das Endergebnis rückte nach Abpfiff in den Hintergrund. Die Brüder standen sich bei der Platzwahl als Spielführer gegenüber – eine Konstellation, die es so noch nie gab.

„Das war der besondere moment meiner karriere“

Nico Schlotterbeck, 25, schnappte sich das Mikro von DAZN und platzte formlich vor Emotion: „Das war der besondere Moment meiner Karriere.“ Sein Bruder Keven, zwei Jahre älter, pflichtete bei Sky bei: „Man träumt davon, gemeinsam auf so einem Platz zu stehen.“ Die Familie saß im Block, Mutter, Vater, Schwester – alle hatten sie sich selbst als Ehrengäste arrangiert.

Das Spiel selbst verlief souverän für den BVB. Donyell Malen und Julian Brandt erledigten die Arbeit, doch die Schlotterbecks bestimmten die Meta-Ebene. Nico dirigier­te die Abwehr, Keven organisierte Augsburgs Pressing. Beide trugen die Binde, beide wussten: Dieses 90-Minuten-Spektakel ist einmalig.

Die Statistik liefert das Belegstück: 18.504 Bundesliga-Partien seit 1963, keine einzige mit rivalisierenden Brüdern als Kapitänen. Die Schlotterbecks schlagen damit selbst die Boatengs (Jerome und Kevin-Prince) und die Allofs-Brüder (Thomas und Klaus). Beide Paare trafen sich zwar auf dem Platz, nie aber als offizielle Spielführer.

Ein blick in die zukunft der rivalen

Ein blick in die zukunft der rivalen

Nico blickt auf eine Champions-League-Karriere, Keven kämpft mit Augsburg um den Klassenverbleib. Trotzdem bleibt der Respekt: „Er gehört zu den besten Innenverteidigern der Welt“, sagt Keven über seinen jüngeren Bruder. Nico lächelt, als er das hört: „Er bleibt trotzdem mein großer Bruder – und ich hoffe, er bleibt ein paar Tage bei mir in Dortmund.“

Die Schlotterbecks haben Geschichte geschrieben, doch sie selbst spüren: Das war erst der Anfang. Nico strebt nach Titeln, Keven nach Stabilität. Die nächste Saison wird zeigen, ob das Brüderduell zur Routine wird oder für immer ein Einzelstück bleibt. Fakt ist: Die Bundesliga hat ein neues Kapitel – und es trägt den Namen Schlotterbeck.