Deutschland scheitert im eishockey-paralympic-finale – fünfter platz bleibt aus
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand den fünften Platz knapp verpasst. Nach einer 2:5-Niederlage gegen Gastgeber Italien reichte es nur zu Rang sechs – das selbstgesteckte Ziel wurde verfehlt.
Die Partie um Platz fünf war ein Spiegelbild des gesamten Turniers: mutiger Beginn, kurze Führung, dann der Einbruch. Bernhard Hering brachte das Team von Bundestrainer Peter Willmann in Führung (10.), doch Italien drehte das Spiel im zweiten Drittel. Nikko Landeros (18.) und ein Eigentor sorgten kurzfristig für Hoffnung, doch Christoph Depaoli (27.) und Gianluigi Rosa (39., 43.) machten den deutschen Traum vom fünften Platz zunichte.

Willmann spricht von „prozess“ – doch die zeit wird knapp
„Bis zum 2:2 war alles okay. Aber am Ende waren sie einfach spielerisch besser“, sagte Willmann nach dem Spiel. Er sprach von einer „gewissen Überforderung“ in entscheidenden Momenten – ein Satz, der sich wie ein Déjà-vu liest. Bereits in der Vorrunde hatte Deutschland gegen Italien geführt und dann doch verloren.
Kapitän Malte Brelage versuchte, die Enttäuschung zu relativieren: „Es war eine unglaubliche Erfahrung.“ Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: drei Niederlagen in der Vorrunde, nur ein Sieg im Platzierungsspiel gegen die Slowakei (4:3 n.V.), und am Ende wieder ein Rückschlag gegen dieselbe italienische Mannschaft, die bereits in der Gruppenphase für Schmerzen sorgte.
Die deutsche Equipe hatte sich mit dem fünften Platz von der WM 2024 das Ticket für Mailand gelöst. 2006, bei der bislang einzigen vorherigen Teilnahme in Turin, reichte es noch zu Rang vier. Nun steht das Team wieder vor dem gleichen Punkt: Außenseiterrolle, wenig internationale Erfahrung, dafür viel Wille – aber eben auch Lücken in der spielerischen Reife.
Die Frage ist nicht, ob sich etwas ändert. Die Frage ist, wie schnell.
