Bronze trotz patronen-fluch: wickers paralympics-comeback packt die medaille
Einmal zielen, zweimal daneben – und trotzdem steht Anja Wicker am Ende auf dem Podest. Die Stuttgarterin hat den Paralympics-Auftakt in Tesero mit Bronze gekrönt, obwohl ihre Schießbank zwei Fehler verlangte. Die 7,5 km des Sitzen-Sprints verwandelten sich für sie in ein 20-Minuten-Fechten mit der Uhr und der eigenen Nervosität.
Oksana masters bleibt die unantastbare königin der paralympischen loipe
Die US-Amerikanerin jagte ohne Fehler durch die Schießstände und ließ selbst ihre Teamkollegin Kendall Gretsch 16 Sekunden stehen. Für Masters ist es der zehnte Paralympics-Sieg, die 20. Medaille insgesamt – ein Konto, das selbst Banker neidisch macht. Dass sie vor den Spielen noch mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen hatte, macht die Vorstellung nur brutaler.
Anja Wicker musste sich mit 1:11 Minuten Rückstand auf Masters zufriedengeben. Die Schlitten-Neukonstruktion, an der sie seit Dezember mit der FES bastelt, zeigt Wirkung: Die Bronze-Medaille ist ihre vierte bei Winterspielen. Der Wechsel des Materials war kein Luxus, sondern eine Notoperation am eigenen Sportgerät.

Andrea eskau läuft sich in serie acht
Die 54-jährige Routinierin blieb zwar fehlerlos am Schießstand, doch die Beine zogen nicht mit. 2:35 Minuten fehlten am Ende auf Masters – eine halbe Ewigkeit auf der kurzen Distanz. Eskau nimmt bereits zum neunten Mal an Paralympics teil, die Erfahrung reicht eben nicht immer gegen jugendliche Frische.
Für Wicker geht die Jagd weiter: Sonntag um 10.00 Uhr steht das Einzel an, danach Sprint-Verfolgung und Skilanglauf. Die Medaille ist erst der Auftakt, der Patronen-Fluch soll nicht das letzte Kapitel bleiben.
