Brignani schlägt ein wie ein sturm – und ist verteidiger

Fabrizio Brignani jagt die Bälle ins Tor, als gäbe es kein Morgen. Fünf Treffer stehen in der spanischen Segunda División auf seiner Habenseite – Rekordwert unter allen Abwehrspielern. Dabei ist der 26-jährige Italiener gar kein Stammspieler: erst 15-mal lief er in der Startformation auf, 19-mal musste er warten, bis Coach Pablo Hernández ihn ins Feuer schickt.

Goldar-marke in reichweite

Die Marke, die er anvisiert, hört auf den Namen David Goldar. Der damalige Ibiza-Center stellte 2021/22 mit sieben Toren die beste Ausbeute eines Verteidigers der letzten zwei Jahrzehnte in der zweiten Liga. Brignani fehlen zwei Treffer, acht Spieltage bleiben. Die Rechnung ist simpel: ein Tor alle vier Partien, und der Rekord fällt.

Die Zahlen sind kein Zufall. Bereits in der Serie C knallte er für Mantova neunmal ein. Ein Jahr später, in der Serie B, folgten drei weitere. Seine Timing-Gabe bei Standards ist legendär, doch der Sprung nach Spanien verlangte mehr.

Cruyff-alexanco-modus aktiviert

Cruyff-alexanco-modus aktiviert

Castellón spielt ein System, das Außenverteidiger in die Spitze schiebt und Innenverteidiger in den Strafraum lotsen. Hernández nutzt Brignani daher als Joker im Plan-Alexanco: hoch, spät, mit Wucht. Gegen Deportivo schlug er zehn Sekunden nach seiner Einwechslung zu, in Las Palmas rettete er in Unterzahl den Punkt – beide Male mit dem ersten Ballkontakt.

Die letzten drei Spieltage brachten zwei weitere Tore und beendeten die Negativserie der Albinegros. Castellón rückt wieder in Schlagdistanz zur Aufstiegszone, und Brignani rückt in den Fokus der Scouts. Italienische Klubs beobachten, englische Berater horchen auf. Die Ablöse liegt laut Transfermarkt bei 800.000 Euro – ein Schnäppchen, wenn er Goldar einfängt.

Die Liga schaut auf einen Verteidiger, der wie ein Stürmer trifft. Und der sich selbst wie ein Geheimwaffe fühlt, die erst in der 70. Minute zündet. Die Uhr tickt, die Tore fallen – und Castellón träumt wieder vom Erstliga-Licht.