Bremer: juve-abwehrfelsen trotz wm-ambitionen?
Turin – Gleiches Spiel, jedes Mal wieder: Die Spekulationen um Bremer überschatten fast seine Leistungen. Der brasilianische Innenverteidiger, unumstrittener Pfeiler der Abwehr von Juventus Turin, zeigte zuletzt gegen Genoa eine Leistung von seltener Klarheit. Doch seine Reaktion nach dem Tor – kühl, fast distanziert – nährte die Gerüchte um ein mögliches Abschied im kommenden Sommer zusätzlich.

Die frage nach der emotion
Während seine Teamkollegen ihn nach seinem Treffer feierten, wirkte Bremer fast unbeteiligt. Ein Vorwurf? Keineswegs. Vielmehr scheint der 26-Jährige, gerade nach seiner langen Leidenszeit durch eine schwere Verletzung und dem anschließenden Dämpfer mit der brasilianischen Nationalmannschaft, seine Emotionen bewusst zu kontrollieren. Die Konzentration auf die Aufgabe im Verein – er ist Dreh- und Angelpunkt in Spallettis Taktik – steht für ihn an erster Stelle. Es ist eine Art der Professionalität, die man ihm nicht anlasten sollte.
Die WM-Karte spielt eine Rolle. Bremer weiß, dass eine starke Rückrunde mit Juve seine Chancen auf einen Platz im brasilianischen Kader für die Weltmeisterschaft deutlich erhöht. Doch das allein scheint ihn nicht zu treiben. Vielmehr gilt es, die Leistungen abzurufen, die er in der Lage ist, zu zeigen – und dabei den Druck der Medien und potenzieller Interessenten auszublenden.
Die Verantwortlichen in Turin sind sich der Situation bewusst. Es laufen bereits Überlegungen, wie man den Verlust eines Spielers wie Bremer, dessen Marktwert durch seine Leistungen und die mögliche Teilnahme an der WM weiter steigen könnte, verhindern kann. Eine Ausstiegsklausel im Vertrag des Brasilianers macht die Situation allerdings nicht einfacher. Die Frage ist, ob Juve bereit ist, die geforderten Summen zu zahlen, um ihn zu halten.
Es wird erwartet, dass Juventus im Sommer einen linken Innenverteidiger verpflichten wird. Doch die Suche muss zügig erfolgen, denn die Konkurrenz ist groß. Sollte ein Premier League-Klub, wie Tottenham, ernsthaftes Interesse an Bremer zeigen – und das tun sie seit Jahren – könnte es für Juve schwierig werden, ihn zu halten, selbst wenn er selbst einen Verbleib bevorzugt. Denn am Ende entscheiden die Bedingungen, nicht die Wünsche des Spielers.
Die Gazzetta dello Sport feiert ihr 130-jähriges Bestehen – und die Diskussion um Bremer wird wohl noch lange weitergehen.
