Bremer: juve-rückhalt oder winter-bargeld?
Turin – Die Freude nach seinem Tor gegen Genua war merklich gedämpft. Bremer, der brasilianische Verteidiger der Juventus, wirkte distanziert, fast unbeteiligt an der überschwänglichen Reaktion seiner Mitspieler. Ein Detail, das vielen Beobachtern auffiel und Fragen aufwirft: Ist der vermeintliche Fels in der Brandung von Spallettis Abwehr tatsächlich so zufrieden in Turin, oder späht er bereits nach einem lukrativen Abgang?

Die frage der emotionen: mehr als nur frühe torerfolge
Es ist nicht so, dass Bremer seine Emotionen unterdrückt hätte. Vielmehr schien er, gerade nach seiner langen Infortunien-Pause und dem kurzzeitigen Engagement mit der brasilianischen Nationalmannschaft, die Energie zu konservieren. Seine Rückkehr war von einer gewissen Zurückhaltung geprägt, einer bewussten Entscheidung, sich nicht von der Euphorie mitreißen zu lassen. Er will sich auf das Wesentliche konzentrieren: Eine starke Rückrunde, um seine Weltmeisterschaftschancen zu sichern. Doch die Frage bleibt, ob diese Zurückhaltung nicht auch ein Zeichen für Unzufriedenheit sein könnte.
Ein Vertrag mit Klausel – die tickende Zeitbombe
Die Situation wird durch eine Klausel in seinem Vertrag komplizierter. Diese eröffnet potenziellen Interessenten die Möglichkeit, Bremer zu einem attraktiven Preis abzuwerben. Und die Konkurrenz ist groß. Gerade englische Top-Klubs, allen voran Tottenham, haben in der Vergangenheit bereits ernsthaftes Interesse an ihm gezeigt. Spalletti zählt auf ihn als zentralen Pfeiler seiner defensiven Strategie, doch der Klub muss sich nun aktiv mit der Frage auseinandersetzen, wie man ihn hält – oder zumindest den bestmöglichen Preis erzielt, sollte ein Angebot zu verlockend werden.
Die Suche nach einem linken Innenverteidiger ist bereits in vollem Gange, doch ein direkter Ersatz für Bremer ist schwer zu finden. Die Verantwortlichen in Turin wissen, dass sie einen erfahrenen und zuverlässigen Spieler verlieren würden, sollte er gehen. Die Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung könnten daher bald beginnen, um die Klausel zu entschärfen und die eigene Verhandlungsposition zu stärken.
Und dann ist da noch die Weltmeisterschaft. Ein starkes Auftreten für Brasilien könnte seinen Marktwert weiter in die Höhe treiben und ihn für noch mehr Klubs interessant machen. Juventus muss sich also schnell bewegen, um nicht das Nachsehen zu haben. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Zukunft des brasilianischen Abwehrchefs zu bestimmen.
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