Borges wirft arsenal vor dem rückspiel eine bombe: „mercedes oder peugeot – beide schaffen 200 km/h“

Rui Borges hat genug von der ewigen Mär vom Goliath Arsenal. 0:1 aus Lissaboner Sicht? „Nur ein Rückstand, kein Befehl zum Aufgeben“, sagt der Sporting-Coach und lacht dabei, als hätte er den Gegner schon durchschaut. Am Dienstagabend in der Alvalade will er eine Kopie der großen Europapokalsieger von 1964 schreiben – mit Tinte, nicht mit Geld.

„Wir kennen die abkürzungen, sie nur die autobahn“

Borges’ Pressekonferenz dauerte 22 Minuten, reichte aber für ein Manifest. Er sprach von „Atajos“ und „carreteras“, von kleinen Pisten, die sein Team in den Wäldern der Kolle-Kabinett-Akademie trainiert, während der Gegner glatt asphaltierte Straßen gewöhnt ist. Die Metapher vom Mercedes und Peugeot – beide 200 km/h schnell, nur einer doppelt so teuer – ging innerhalb von Minuten durch die sozialen Netzwerke. Die Botschaft: Preisschilder interessieren ihn nur, wenn sie Trikots verkaufen, nicht wenn sie Spiele entscheiden.

Gonçalo Inácio und Sebastián Coates haben die Statistik studiert: Arsenal traf in dieser Saison in 71 % der Fälle über den halb offenen linken Halbraum. Genau dort will Sporting mit einer Dreierkette den Engländern den Sauerstoff abdrehen. „Wenn wir das erste Tor schießen, wird ihre Komfortzone bröckeln“, sagt Coates. Er spricht aus Erfahrung: 2018 war er mit Uruguay an genau dieser Stelle, als Portugal bei der WM aus dem Turnier flog.

Ein viertelfinale, das karrieren einbalsamiert

Ein viertelfinale, das karrieren einbalsamiert

Borges wehrte sich gegen die Frage, ob dies sein wichtigstes Match sei. „Jedes Spiel schreibt seine eigene Geschichte“, sagt er und blickt dabei auf das Armband, das er seit dem Tod seines Vaters trägt. Darin steckt eine Miniatur der europäische Champions-League-Trophäe. „Aber ja, dieses Kapitel kann die Karrieren von 25 Spielern für immer verändern.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Arsenal hat 2024 bereits 19 Auswärtstore in der Königsklasse erzielt – so viele wie nie zuvor nach der Gruppenphase. Sporting kassierte in den letzten zehn Heimspielen nur zweimal mehr als einen Gegentreffer. Die Wette des Trainers: Wenn seine Mannschaft die erste Viertelstunde übersteht, ohne ins Stolpern zu geraten, wird das Stadion zum siebten Spieler. Die Fans haben bereits 45.000 weiße Tücher bestellt, sie sollen bei Einlauf jeden einzelnen Platz erblinden lassen – ein Schachzug, den der Klub aus Marketingbudgets finanziert, die Arsenal für eine Einzelreise locker aus der Portokasse bezahlen könnte.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Fußball ist das einzige Geschäft, in dem ein Peugeot einen Mercedes überholen darf, wenn er die bessere Linie wählt. Borges hat die Karte gezeichnet. Am Dienstag zeigt sich, ob seine Spieler sie lesen können.