Bob-duell der giganten: lochner fordert friedrich bei olympia heraus

Spannung pur beim bob-rennen in cortina d'ampezzo

Die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo versprechen ein packendes Duell im Bob-Sport. Die ewigen Rivalen Johannes Lochner und Francesco Friedrich liefern sich wahrscheinlich ein letztes, entscheidendes Kräftemessen. Für Lochner ist es die letzte Chance auf olympisches Gold, bevor er seine Karriere beendet. Friedrich hingegen strebt einen historischen Hattrick an.

Friedrichs jagd nach dem hattrick

Friedrichs jagd nach dem hattrick

Francesco Friedrich möchte in Cortina d'Ampezzo Geschichte schreiben. Nach Gold im Zweier- und Viererbob bei den Spielen in Pyeongchang und Peking, würde ein erneuter Sieg seine Position als absolute Bob-Ikone zementieren. "Unsere Ziele sind ganz klar: die Medaillen verteidigen", so der 35-jährige Pilot aus Pirna. "Wir fahren nicht nach Cortina, um etwas anderes zu erreichen. Für uns ist Teilnahme nicht alles."

Lochner gibt alles in seiner abschiedssaison

Lochner gibt alles in seiner abschiedssaison

Auch Johannes Lochner hat nur Gold im Blick. "Das Ziel ist klar: Wir können um Gold kämpfen", sagt der Athlet vom Königssee. Er weiß, dass es eine große Herausforderung wird, seinen Landsmann zu schlagen. In Peking musste er sich Friedrich jeweils geschlagen geben, eine Situation, die sich schon oft im Weltcup und bei Titelkämpfen wiederholte.

Erinnerungen an lake placid: frustration und rivalität

Die Rivalität zwischen den beiden Piloten ist legendär. Ein Beispiel dafür ist die Weltmeisterschaft 2025 in Lake Placid, wo Lochner nach einer knappen Niederlage gegen Friedrich seinen Helm wütend in die Ecke schleuderte. Friedrich hatte mit einem Vorsprung von nur drei Hundertstelsekunden gewonnen. Lochner fragte frustriert: "Wie macht der das?" Diese Niederlage war nur eine von vielen für den Piloten vom Königssee.

Nadelstiche abseits der strecke

Die Rivalität beschränkt sich nicht nur auf die Eisbahn. Im Sommer 2024 versuchte Friedrich, Georg Fleischhauer, Lochers Anschieber, abzuwerben. Doch Fleischhauer blieb seinem Piloten treu. Lochner kommentierte dies mit einem gewissen Triumph: "Ich habe mich gefreut, dass Franz nicht bekommen hat, was er sich gewünscht hat. Jetzt werden Georg und ich ihm im Winter Paroli bieten."

Stärkung durch neuzugang: thorsten margis

Lochner konterte, indem er Thorsten Margis, einen ehemaligen Zehnkämpfer und zweifachen Olympiasieger mit Friedrich, als Anschieber für den Viererbob gewann. Margis, mit einer Körpergröße von 1,92 Metern und über 100 Kilogramm Gewicht, bringt zusätzliche Power ins Team. "Ich habe an Thorsten schon immer bewundert, dass er so eine Maschine ist, er ist ein Killer", beschreibt Lochner seinen neuen Mann.

Spannungen im team und die rolle des bundestrainers

Obwohl Bobfahrer und ihre Teams eigenständige Einheiten sind, reisen sie unter dem Dach des nationalen Verbandes. Bundestrainer René Spieß muss die Spannungen zwischen Lochner und Friedrich managen. "Hansi und Franz mögen sich eigentlich", sagt Spieß, "aber wir müssen schon viel moderieren, denn die Vorfälle der letzten Jahre haben die Freundschaft ein wenig getrübt."

Friedrichs dominanz und lochners aufholjagd

Bisher dominierte Francesco Friedrich den Bob-Sport mit 16 Weltmeistertiteln, 20 Kristallkugeln und 89 Rennsiegen. Johannes Lochner hingegen konnte bisher "nur" einen WM-Titel im Zweier und Vierer sowie sieben Kristallkugeln und 43 Weltcupsiege verbuchen. Allerdings hat Lochner in den letzten beiden Jahren stark aufgeholt und die Gesamtwertung in der Kombination und im Zweier gewonnen.

Dopingfall im team friedrich

Ein Vorfall im Team Friedrich überschattete Lochners Aufstieg. Der Anschieber Simon Wulff wurde positiv auf die verbotene Substanz Methylhexanamin getestet. Dies führte zu einer 21-monatigen Sperre für Wulff und der Aberkennung der Ergebnisse vom Wochenende in Altenberg. Nachträglich wurden Lochner die Preise zugesprochen, was er jedoch nur bedingt begrüßte: "Wenn ich der Franz gewesen wäre, hätte ich gleich gesagt: Ich nehme die Kugeln nicht!".

Der showdown in cortina d'ampezzo

Am 16./17. Februar im Zweier und am 21./22. Februar im Vierer kommt es in Cortina zum großen Showdown. Lochner, der nach Olympia aufhört, verweist auf seine starke Weltcup-Saison: "Wenn du so nah rankommst, dann willst du es wissen. Cortina ist meine letzte Chance, ihn bei einem Großereignis zu schlagen." Friedrich ist kämpferisch: "Wir schlagen bei Olympia zurück. Das Imperium hat immer zurückgeschlagen."