Blutdoping-skandal: matosevic fliegt vier jahre raus – und attackiert das system
Der Mann, der einst Rafael Nadals Wasserflaschen versetzte, hat jetzt selbst den großen Schlag kassiert. Marinko Matosevic, Australiens ehemaliger Top-40-Spieler und später Coach, muss für vier Jahre vom Court und von der Coach-Bank verschwinden.
Das ITIA spricht ihn in fünf Punkten schuldig: Blutdoping während seiner aktiven Zeit, Anstiftung eines Kollegen zur gleichen Methode, Beratung zu Kontrollumgehung, Besitz und Anwendung verbotener Substanzen. Der Zeitstrahl: 2018 bis 2020. Die Strafe: bis 15. März 2030. Geld- und Punktestriche in Morelos und Indian Wells 2018 sind bereits eingetroffen.

„Das verfahren ist korrupt“ – matosevic kontert
Statt Reue zeigt der 39-Jährige Kampf. „Untersucht seit Rom 2024, keine Beweise, trotzdem geb ich zu – das System ist madig“, sagt er. Dabei kassierte das ITIA laut eigenen Akten belastende Whatsapp-Chats, Überweisungen an ein chinesisches Labor und Rechnungen für EPO-Serien. Matosevic’ Verteidigung: Alles sei „lächerlich“ und „erfunden“.
Für die Tour ein Albtraum. Schon 2013 sorgte er für Schlagzeilen, als er in Monte Carlo Nadals akribisch aufgereihte Trinkflaschen mit der Schlägerkante wegschoss. Die spanische Nummer eins lachte damals – heute dürfte niemand mehr lachen.
Der Fall zeigt ein Problem: Selbst nach Karriereende lassen sich ehemalige Profis in der Coach-Rolle leicht unter dem Radar bewegen. ITIA-Chef Karen Moorhouse fordert deshalb „verschärfte Coach-Lizenzen und verpflichtende Doping-Kurse jedes Jahr“. Sonst, so Moorhouse, „nutzen Alt-Halbdurchgeknallte den Sport als private Apotheke“.
Für australische Talente bedeutet das Urteil einen Engpass. Matosevic galt als Mentor von Alex de Minaur, trainierte Junioren in Melbourne und war bei Tennis Australia als Berater unter Vertrag. Seine Hälfte der Ausbildungsgruppe muss nun umgeschichtet werden – mitten in die Australien-Saison hinein.
Der Countdown läuft: 1.460 Tage Sperre, kein Match, kein Training, kein offizieller Kontakt zu Spielern. Ob er 2030 zurückkehrt? Die Arena wird längst neue Gesichter haben. Und die Flaschen der Stars stehen dann wieder sicher in der Reihe – ohne den Australier, der sie einmal umstoß.
