Blikra radelt zehn giro-etappen mit vier brüchen – das peloton schluckt
Zehn Tage lang trat Erlend Blikra auf italienischen Straßen in die Pedale, während drei Wirbelbrüche und eine gerissene Rippe in seinem Rücken knirschten. Der Norweger des Teams Uno-X Mobility preschte mit gebrochenem Körper durch die Rosa Corsa 2026, ehe die Mediziner die schreckliche Rechnung präsentierten.
Die diagnose kam zehn etappen zu spät
Erst nach der Zieldurchfahrt in Cosenza rollte Blikra ins Krankenhaus – und hörte den Satz, der sein Leid erklärte: „Drei Lendenwirbel und eine Rippe, komplett durch.“ Der Sturz am Ende der Auftaktetappe in Bulgarien, bei dem auch Kaden Groves und Dylan Groenewegen zu Boden gingen, hatte sich in seinem Körper festgefressen.
„Die Antwort ist nicht das, was ich erhofft habe, aber endlich ergibt das Leiden einen Sinn“, schrieb der 29-Jährige auf Instagram. Zwischen den Verzweiflungszeilen sickert pure Entlastung: Zehn Tage lang hatte er sich gefragt, warum die Beine plötzlich so schwer und der Atem so scharf schmeckte.

Uno-x reagiert – saisonaus bis auf weiteres
Das norwegische Team zog sofort die Reißleine. Kein Rennen, keine Showtermine, nur Reha. Blikras Programm besteht derzeit aus Physiotherapie, Schmerzmanagement und dem Kampf gegen die Langeweile des Krankenhausbetts. „Ich werde alles tun, um schnell zurückzukehren“, verspricht er – doch jeder Orthopäde weiß: Wirbel brauchen Geduld.
Der Giro verliert damit einen Kämpfer, der die Grenzen des Erträglichen neu vermessen hat. Und das Peloton erhält eine Erinnerung daran, dass Heldenmut im Radsport nicht nur auf Podestplätze wartet, sondern auch auf Schmerz, der kein Mikrofon trägt.
