Blaswich hält arsenal lange auf distanz – aber leverkusen fliegt raus
0:2 in London, 0:2 auch im Gesamtscore – Bayer Leverkusen ist raus aus der Champions League. Nur einer wehrte sich bis zum Abpfiff: Janis Blaswich verhinderte mit zehn Paraden ein Debakel, das sich längst angekündigt hatte. Die Werkself schoss in 180 Achtelfinal-Minuten gerade einmal zweimal aufs Tor – das reicht nicht einmal für ein Remis, geschweige denn für das Viertelfinale.
Die Szene des Abends kam schon in der 29. Minute: Leandro Trossard nahm den Ball aus 14 Metern volley, Blaswich flog wie aus dem Nichts, kratzte die Kugel mit den Fingerspitzen aus dem rechten Winkel. Emirates Stadium tobte, Arsenal-Coach Mikel Arteta schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Auf der Gegenseite stand Kasper Hjulmand mit verschränkten Armen da und wusste: Selbst ein elfter Wundermann hätte dieses Spiel nicht mehr gerettet.
Arsenal dreht auf, leverkusen schaltet ab
Die Londoner spielten, als gäbe es kein Morgen. Gyökeres, Saka, Rice – sie jagten die Leverkusener Abwehr in Rotation. Edmond Tapsoba versuchte mit langen Bällen den Druck zu lösen, doch meist landete der Ball direkt bei Raya. Im Mittelfeld rissen die Seile: Palacios erreichte zwar 98 % Passquote, doch das sagt wenig aus, wenn 70 % dieser Pässe rückwärts gingen. Vorne fehlte jeder Plan. Kofane lief sich tot, Maza verpasste die einzige spielentscheidende Steckpass-Option (5.).
Die Gefahr lauerte links: Alejandro Grimaldo konnte Bukayo Saka nie wirklich bremsen. Einmal rückte er mit, wurde von Hincapié geblockt – das war’s dann auch schon mit der Offensiv-Drohung. Auf der anderen Seite probierte es Poku mit Flanken, doch seine Hereingaben segelten ins Leere. Erst als Montrell Culbreath und Malik Tillman kamen, wachte Leverkusen kurz auf. Culbreaths Flanke fand Kofane, Raya reagierte stark (87.). Zu spät. Rice hatte vorher schon den Deckel drauf gemacht (63.).

Blaswich trägt die note 1,5 – der rest kassiert
Die Sport1-Noten spiegeln den Abend wider: Nur der Keeper unter der Latte steht mit 1,5 allein auf weiter Flur. Dahinter tanzt Quansah zwischen Not und Trotz (3,5), vorne reiht sich Enttäuschung an Enttäuschung. Tillman bleibt blass (4,5), Schick berührt den Ball nur halb so oft wie sein Gegenspieler Saliba. Die Statistik ist gnadenlos: 21:2-Torschüsse, 76 % Ballbesitz Arsenal, 0,15 xG für Leverkusen. Es ist die bittere Quittung für eine Taktik, die nur lief, solald der eigene Torwart Weltklasse war.
Nun heißt es Europa League – und vielleicht ist das kein Trost, sondern die einzige Chance, diese Saison noch mit einem Pokal zu vergolden. Denn wenn Blaswich nicht pariert, steht Leverkusen mit leeren Händen da. Gestern hat er’s getan, aber er kann nicht jeden Abend die ganze Mannschaft tragen. Das lernt man spätestens, wenn der Schiri dreimal pfeift und die Königsklasse die Tür zuschlägt.
