Bielsa schockt: wm-trinkpausen ruinieren den fußball!
Uruguays Nationaltrainer Marcelo Bielsa hat mit seiner Kritik an den bei der WM eingeführten Trinkpausen für ordentlich Aufsehen gesorgt. Der 70-jährige Coach hält die Regelung für kontraproduktiv und sieht vor allem finanzielle Interessen dahinter – eine Ansicht, die die Fußballwelt spaltet.

Ein kulturwandel auf dem platz
„Der Fußball hatte vor dieser Entscheidung einen bestimmten Charakter, jetzt hat er einen anderen“, erklärte Bielsa in einem Interview, das von der französischen Sportzeitung L’Équipe zitiert wurde. Er spricht von einem deutlichen „Kulturwandel“, der den Sport fundamental verändert. Die FIFA führte die Trinkpausen ein, um die Belastung der Spieler, besonders angesichts der hohen Temperaturen, zu reduzieren. Doch Bielsa sieht hier vor allem eine Werbefläche, die dem Weltverband zusätzliche Einnahmen verspricht. Er hinterfragt, ob der Schutz der Spieler wirklich im Vordergrund steht.
Die Kritik Bielsas trifft einen Nerv, denn auch andere Beobachter bemängeln, dass die Trinkpausen den Spielfluss stören und den Wettbewerb negativ beeinflussen. Im australischen Fernsehen beispielsweise wurden diese Pausen bereits mit Sponsorenlogos geschmückt, was Bielsas Verdacht auf finanzielle Motive weiter verstärkt. „Wir haben nicht an die Folgen für den Sport gedacht, sondern eher an eine andere Art von Auswirkung“, so der Uruguayer, der damit die Prioritäten der FIFA in Frage stellt.
Während Bielsa ein düsteres Bild zeichnet, sehen andere Trainer die neuen Regeln durchaus positiv. Österreichs Teamchef Ralf Rangnick beispielsweise sieht in den Trinkpausen eine Chance, taktische Anweisungen während des Spiels zu geben. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann nutzte die erste Trinkpause im Gruppenphasenspiel gegen Curaçao, um seine Mannschaft zu instruieren – mit Erfolg, denn kurz darauf erzielte die DFB-Elf den wichtigen 2:1 Führungstreffer.
Die Debatte um die Trinkpausen zeigt deutlich, dass die WM 2026 nicht nur sportlich, sondern auch in Bezug auf die Regeln und deren Auswirkungen polarisiert. Bleibt abzuwarten, ob die FIFA auf die Kritik reagiert und die Regelung gegebenenfalls anpasst. Die Fans dürfen sich aber eines sicher sein: Die Diskussion wird uns noch lange begleiten.
