Wm 2026: rechte kräfte missbrauchen fußball für politische zwecke

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür, und mit ihr eine beunruhigende Entwicklung: Rechte Politiker und Parteien versuchen, das Turnier für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. Von den USA bis Brasilien und Kolumbien – die Begeisterung für den Sport wird für fragwürdige Zwecke genutzt.

Trumps mauer und die us-nationalmannschaft

Trumps mauer und die us-nationalmannschaft

Ein Foto des US-Ministeriums für Innere Sicherheit, das eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zwischen das US-Team und ein Fußballtor stellte, sorgte für Aufregung. Dazu der Slogan „Die Mauer gebaut“. Ein deutlicher Hinweis auf die migrationsfeindliche Politik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, der das Turnier nun offensichtlich für seine Zwecke zu nutzen sucht. Trump selbst hat bereits mehrfach versucht, die WM für seine politischen Manöver zu missbrauchen, indem er beispielsweise seinen Anhängern drohte.

Doch es geht weiter: In Kolumbien nutzte der ultrarechte Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella das Trikot der Nationalmannschaft, um seine Kampagne zu befeuern. Er verbreitete KI-Videos, in denen er im gelben Trikot Tore gegen seine politischen Gegner schoss. Der kolumbianische Fußballverband forderte daraufhin, das Nationalteam aus den politischen Debatten herauszuhalten, da das Trikot ein Symbol der Einheit sein sollte.

Auch in Brasilien gibt es diese Entwicklung bereits. Anhänger des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro vereinnahmten das gelbe Nationaltrikot, lange bevor es in Kolumbien zu ähnlichen Versuchen kam. Während des Sturms auf das Kapitol trugen viele von ihnen das Trikot, das zu einem Symbol für den Putschversuch und die Spaltung der Gesellschaft wurde.

Die FIFA scheint sich der Brisanz der Situation kaum bewusst zu sein oder wendet sich ab. Gianni Infantino, der Präsident des Fußballverbands, scheint sich nicht um die politischen Implikationen zu kümmern, obwohl er gleichzeitig behauptet, politisch neutral zu sein. Die Instrumentalisierung des Fußballs für politische Zwecke ist ein trauriges Beispiel dafür, wie ein Sport, der für Einheit und Begeisterung stehen sollte, für Spaltung und Hass missbraucht werden kann.

Die WM 2026 wird somit nicht nur zu einem sportlichen Großereignis, sondern auch zu einem Spiegelbild der politischen Spannungen und der zunehmenden Polarisierung in vielen Ländern der Welt. Es bleibt zu hoffen, dass die Fußballverbände und die Verantwortlichen des Turniers Maßnahmen ergreifen, um die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke einzudämmen und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken: den Sport selbst.