Biathlon trauert um linas banys: olympiateilnehmer stirbt mit 27

Der Schock sitzt tief. Kaum ist die Loipe in Oslo präpariert, erreicht die Sportwelt eine Nachricht, die den Freitag schwarz färbt: Linas Banys, Olympiateilnehmer von 2022, ist tot – 27 Jahre jung, drei Weltmeisterschaften, 49 Weltcupstarts, unzählige Trainingskilometer. Der litauische Verband LBF bestätigte den Tod am Vormittag, wenige Stunden vor dem Sprint der Damen und Herren. Die Todesursache? Noch unklar. Der Zeitpunkt? Auch das bleibt vage. Fakt ist: Eine Karriere, die erst 2018 mit dem Weltcup-Debüt begann, endet jäh mit einer Traueranzeige.

„Er war meine wichtigste stütze“

Vytautas Strolia, früherer Teamkollege, redet nicht in Phrasen. Er redet, als hätte er sich gerade das Telefon aus der Hand genommen. „Linas war die Nummer, die man jederzeit wählen konnte. Um drei Uhr morgens, um Mitternacht, egal. Er hat geantwortet.“ Strolia schluckt sichtbar. „Er wird immer mein bester Freund bleiben, auch wenn er nicht mehr atmet.“

Das Gefühl der Leere zieht sich durchs litauische Team. Karolis Dombrovskis schreibt via Chat: „Ich war zutiefst erschüttert. Linas war der Typ, der nach dem letzten Schuss noch mal zehn Liegestütze machte, weil er den Spaß daran hatte. Ein Kämpfer bis zur letzten Pore.“

Anykščiai bereitet abschied vor

Anykščiai bereitet abschied vor

In seiner Heimatstadt Anykščiai, wo Banys seine ersten Holzski unterband, plant die Gemeinde eine Trauerfeier. Am 21. März wird auf dem kleinen Friedhof neben der alten Kirche ein Bogen aus Skistöcken stehen. Die Urne wird einen Tag später beigesetzt. Die Menschen dort sagen: „Er hat unseren Wald in Peking vertreten. Jetzt tragen wir ihn durch den eigenen.“

Arūnas Daugirdas, Präsident des LBF, versucht nüchtern zu bleiben, doch die Stimme bricht. „Ein Mensch steht in der Blüte seines Lebens, und dann kommt das: Leere. Wir können nur noch die Ski kreuzen.“

Die Athleten in Oslo fahren trotzdem. Sie müssen. Die Weltcup-Punkte warten nicht auf Trauer. Doch im Zielraum steht ein schwarzes Foto von Banys. Keiner redet laut. Ein Trainer wischt sich mit dem Ärmel über das Gesicht. Die Sportwelt ist groß, aber manchmal klein genug, dass ein einziger Ausfall die ganze Branche lahm legt.

49 Starts, eine Olympiateilnahme, ein Nationalmeister. Die Statistik klingt knapp. Die Erinnerung bleibt laut.