Bhc zittert sich ins final4 – scholtes’ traum zerplatzt in der untersuchungskabine
Drei Monisse, zwei Comebacks, ein Knall-Ende: Elias Scholtes wird den Bergischen HC am Samstag in der Lanxess-Arena nur als Zuschauer begleiten. Die Diagnose nach seiner jüngsten Knie-OP: Innenband, Meniskus, Saison vorbei. Für den 22-jährigen Linkshänder bedeutet das mehr als nur ein verpasstes Turnier – es ist die zweite große Zerreißprobe innerhalb eines halben Jahres.
Der zeitplan war knapp kalkuliert, die hoffnung riesig
Nach dem Sprunggelenkstrauma im November hatte Scholtes Mitte März beim Dyn-Interview noch von „realistischen Chancen“ gesprochen. Er trabte, sprintete, wirbelte – und stand am 5. April wieder auf dem Feld. 48 Stunden später klagte er über Schmerzen, die sich als Trümmer im Knie entpuppten. „Das ist einfach nur brutal“, sagt Co-Trainer Arnor Thor Gunnarsson, „weil wir wissen, wie viel Arbeit er reingesteckt hat.“
Ohne Scholtes, ohne Yannick Fraatz (Kreuzband) und ohne Nico Schöttle (Schulter) reist der BHC mit nur 14 Feldspielern nach Köln. Dafür aber mit einer besonderen Mentalität. „Wir haben nichts zu verlieren“, erklärt Chefcoach Markus Pütz. „Kindheitsträume sind schon mit der Qualifikation wahr geworden.“

Magdeburg wartet – und die zahlen sprechen gegen den außenseiter
Der SC Magdeburg ist Titelfavorit, hat die letzten neun Pflichtspiele gewonnen und die beste Trefferquote aller Final-Teilnehmer. Bergisch Gladbach steht zum ersten Mal seit 2016 wieder im FinalFour, damals scheiterte man im Halbfinale an den Füchsen Berlin. Die Chance auf Revanche besteht nur, wenn der BHC die Magdeburger Laufmaschine stoppt – und dabei auf junge Wilds wie Luca Witzke setzt, der in dieser Saison bereits 62 Tore markierte.
Win or go home: Das Turnierformat erlaubt keine zweite Chance. „Ein Spiel kann alles verändern“, sagt Pütz. „Und wir sind bereit, dieses eine Spiel zu verändern.“

Nach dem abpfiff geht’s direkt zum grillardor-event
Die Geschäftsführung hat schon den Ablauf nach dem letzten Pfiff geplant: Sieg oder Niederlage, das Team fährt zum Sponsoren-Grill in Köln. „Erst feiern, dann analysieren“, kündigt Gunnarsson an. Für Scholtes bleibt nur die Rolle des stillen Beobachters. Er wird die Kabine betreten, die Schienbeinschoner an die Wand hängen – und wissen, dass der nächste Neustart wieder bei Null beginnt.
