Bestué jagt den deutschen rekord: ein hauch von 11.06 in doha!

Doha bebte gestern Nacht, als Jaël Bestué, die junge Hoffnung des spanischen Sprintsports, im Diamond League Meeting mit einer Zeit von 11.07 die Geschichtsbücher erzittern ließ. Nur eine Zehntel schneller als der 35 Jahre alte Rekord von Sandra Myers – ein Signal, dass die Zeit für einen neuen Star gekommen ist.

Ein wettkampf voller überraschungen und neuer maßstäbe

Ein wettkampf voller überraschungen und neuer maßstäbe

Die Bedingungen waren alles andere als ideal – über 30 Grad Celsius und hohe Luftfeuchtigkeit machten den Athleten zu schaffen. Doch Bestué bewies Nervenstärke und zeigte, besonders in den letzten 50 Metern, eine beeindruckende Endgeschwindigkeit. Nur die luxemburgische Sprinterin Van der Weken (11.05) und die jamaikanische Kemba Nelson (10.88) waren schneller. Die Windunterstützung von +2,5 m/s disqualifizierte die Zeit offiziell, doch die potentielle Marke von 11.10 deutet auf eine herausragende Form hin.

Maribel Pérez konnte sich mit 11.23 ebenfalls in die Ergebnisliste eintragen. Doch der Abend gehörte eindeutig Bestué, die damit ihre Ambitionen für die bevorstehenden Europameisterschaften in Birmingham untermauert.

Neben dem Sprintduell gab es auch im Stabhochsprung und den Mittelstrecken weitere Highlights. Asier Martínez zeigte im 110-Meter-Hürdenlauf eine starke Vorstellung und verpasste mit 13.27 nur knapp den Sieg gegen den US-Amerikaner Cordell Tinch (13.23). Der Sieg über seinen Erzrivalen Quique Llopis (13.31) – nach einer Serie von acht Niederlagen – war ein besonderer Genuss für Martínez: “Es war nicht der perfekte Lauf, aber ich bin stolz auf meine Leistung.”

Dani Arce sicherte sich im 3000-Meter-Hürdenlauf einen weiteren Podestplatz (dritter Platz in 8:13.35) hinter dem unschlagbaren El Bakkali. Lorea Ibarzabal lief in 800 Metern eine respektable Zeit von 1:59.84, während Agueda Marqués in der 1500 Meter Disziplin mit 4:04.61 den zehnten Platz belegte.

Doch das wahre Augenmerk lag auf den internationalen Leistungen. Im Dreisprung feierte Davisleydi Velazco mit einer Weite von 15,13 Metern ein Comeback und präsentierte die beste Leistung seit drei Jahren. Die slowakische Sprinterin Zapletalova dominierte im 400-Meter-Hürdenlauf mit einer Weltklassezeit von 52.30.

Die spanische Athletik-Szene kann aufatmen: Mit Bestués Leistung, den starken Auftritten von Martínez und Arce sowie den vielversprechenden Ansätzen in den Mittelstreckenrennen ist das Team bestens gerüstet für die kommenden Herausforderungen. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann Bestué den Rekord von Sandra Myers brechen wird. Ein neuer Stern geht auf in Spanien!