Hoeneß' wm-boykott: luxusvilla neben trump trübt fußball-spaß

Uli Hoeneß, Machtmann des FC Bayern, macht Nägel mit Köpfen: Die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada genießt überhaupt keinen Anklang. Nicht nur, dass er das Spektakel offenbar verpassen wird – er lehnt die Vorstellung ab, überhaupt dabeizusein. Ein Angebot, kostenlos in Florida zu wohnen, konnte ihn nicht locken, wie er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verriet.

Die nähe zu mar-a-lago als dealbreaker

Die nähe zu mar-a-lago als dealbreaker

Der Grund für Hoeneß' Desinteresse ist mehr als nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Lage der angebotenen Villa spielte eine entscheidende Rolle. „Und selbst wenn ich Lust gehabt hätte, sie wäre mir vergangen, als man mir die bevorzugte Lage des Hauses nannte“, so der 74-Jährige. Die Immobilie liegt nur „fünf Minuten entfernt von Mar-a-Lago, dem Anwesen von Donald Trump.“ Eine unbequeme Nähe, an der er offenbar keinen Gefallen hat.

Die Kritik des Bayern-Patrons geht jedoch weit über die räumliche Nähe zu politischen Figuren hinaus. Er sieht in dem XXL-Turnier einen deutlichen Schaden für den Fußball. Die horrenden Kosten für die Fans sind für ihn der entscheidende Knackpunkt. „Zweiundzwanzig Euro für ein Finalticket mittlerer Güte, wo soll das enden?“, fragt Hoeneß rhetorisch. Er gesteht dem Fußball zwar Kommerz zu, aber die aktuelle Ausmaße erscheinen ihm grotesk. „Ich möchte das nicht auch noch durch den Kauf von Eintrittskarten unterstützen.“

Hoeneß' Ablehnung wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Kluft zwischen dem kommerziellen Druck im Profifußball und der Erschwinglichkeit für die Fans. Während die Verantwortlichen über Rekordumsätze sprechen, bleibt für viele eingefleischte Anhänger nur ein bitterer Nachgeschmack. Die Weltmeisterschaft wird so zu einem Symbol für eine Entwicklung, die viele im Fußball kritisch sehen – eine Entwicklung, die vom Geist des Sports abweicht.

Die Faszination für den Fußball muss sich aber nicht in einem teuren Ticket widerspiegeln. Hoeneß’ Statement ist ein Appell an die Verantwortlichen, die Balance zwischen Kommerzialisierung und Fanfreundlichkeit wiederherzustellen. Nur so kann der Fußball seine Seele bewahren und die Begeisterung der Menschen langfristig erhalten.