Berrettini: enqvist weckt den 'hammer' – comeback in paris!

Paris – Matteo Berrettini, einst Wimbledon-Finalist und Weltranglisten-Sechster, scheint in Roland Garros wiederzuerblühen. Nach einem epischen Fünf-Sats-Match gegen Hugo Gaston, in dem er zwei Matchbälle abwehrte, spricht man von einem Comeback der besonderen Art. Und der Schlüssel dazu könnte ein unerwarteter Mann sein: Thomas Enqvist.

Die laver cup als initialzündung

Die Zusammenarbeit zwischen Berrettini und Enqvist begann 2021 bei der Laver Cup. Damals war Enqvist bereits als Co-Trainer von Team Europa tätig und die beiden Italiener fanden schnell zueinander. „Thomas ist ein Super-Typ, mit dem ich schon bei der Laver Cup zu tun hatte. Wir hatten uns sehr gut verstanden“, so Berrettini. Nach einer Phase voller Verletzungspech und Selbstzweifeln suchte Berrettini im Winter 2023 nach einem erfahrenen Mentor. Enqvist, der selbst als Spieler 1999 im Australian Open-Finale knapp unterlegen war, schien die ideale Besetzung zu sein.

Mehr als nur taktik: die mentale stütze

Mehr als nur taktik: die mentale stütze

Es geht bei der Zusammenarbeit aber nicht nur um taktische Feinheiten. „Ich habe nicht gesucht, dass Thomas meine Technik umkrempelt“, erklärt Berrettini. „Er hat mir geholfen, wieder an meine Stärken zu glauben, an meine Fähigkeiten. Thomas gibt mir jeden Tag das Gefühl, einer der stärksten Spieler der Welt zu sein. Und das ist kein leeres Versprechen.“ Die Worte des Schweden scheinen ihre Wirkung zu zeigen. Berrettini hat nicht nur seine körperliche Fitness verbessert, sondern auch seine mentale Stärke zurückgewonnen.

Besonders beeindruckend war Enquists Reaktion nach dem verlorenen dritten Satz gegen Gaston. „Er sagte mir: ‚Das vierte Satz ist unser Satz‘. Das hat mir unheimlich viel Selbstvertrauen gegeben“, erinnert sich Berrettini. Der Italiener behielt die Nerven, gewann den Satz und schließlich das gesamte Match.

Der weg zurück an die spitze

Der weg zurück an die spitze

Berrettinis Weg zurück an die Spitze war alles andere als einfach. Einige seiner Fitnesswerte in Tirrenia, so gesteht er ein, waren derart schlecht, dass niemand auf ihn gewettet hätte. „Ich hatte Zweifel an meinem Körper, ob ich die Dinge konstant leisten könnte“, gibt er zu. Doch mit Enqvist an seiner Seite scheint er diese Hindernisse zu überwinden. Der Aufstieg in den Top 100 ist bereits Tatsache (aktuell Platz 74) und ein erneuter Einzug in die zweite Woche von Roland Garros zeigt, dass Berrettinis Comeback ernst zu nehmen ist. Sein nächster Gegner im Achtelfinale ist Juanma Cerundolo, der Überraschungssieg über Jannik Sinner. Ein Duell auf Augenhöhe, das die Fans mit Spannung erwarten.

Fazit: Matteo Berrettini hat mit Thomas Enqvist einen Mentor gefunden, der ihm nicht nur sportlich, sondern auch mental zur Seite steht. Seine Leistung in Roland Garros ist ein Beweis dafür, dass harte Arbeit, Selbstvertrauen und die richtige Unterstützung zum Erfolg führen können. Die Frage ist nun, ob er gegen Cerundolo seine neu gewonnene Stabilität unter Beweis stellen kann und den Sprung ins Viertelfinale schafft.