Bellingham auf der bank: war das ein fehler von ancelotti?
Madrid – Ein Raunen ging durch das Estadio Santiago Bernabéu, als die Aufstellung für das Champions-League-Heimspiel gegen den FC Bayern bekannt wurde: Jude Bellingham, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, saß auf der Bank. Ein Schachzug, der sich im Nachhinein als fragwürdig erweist und die Diskussionen um Ancelottis Taktik neu entfacht hat.
Arbeloas versprechen und die bittere realität
Bereits im Vorfeld hatte Pressesprecher Arbeloa in der Pressekonferenz erklärt, dass Real Madrid mit Bellingham auf dem Platz besser dastehe und er Einsatzzeit erhalten werde. Doch der Engländer blieb lediglich Zuschauer, während Thiago Alcántara und Valverde im Zentrum wirbelten. Alcántara, der eigentlich eine Chance bekommen sollte, fand kaum in Tritt, und Valverde konnte seine gewohnte Weltklasse nicht abrufen. Nur das Eingreifen von Bellingham in der zweiten Halbzeit brachte frischen Wind ins Spiel.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Obwohl die Königlichen das Spiel letztlich nicht mehr drehen konnten, war Bellinghams Präsenz in der zweiten Hälfte ausschlaggebend für eine spürbare Steigerung der Leistung. Ein besserer Pass in die Tiefe für Mbappé, mehr Dynamik im Spielaufbau, eine neue Energie, die das Team benötigte. Es stellt sich die Frage, ob ein Einsatz von Beginn an nicht das Zünglein an der Waage gewesen wäre.
Güler, der als Alternative ins Spiel kam, wirkte nach anfänglicher Hoffnung zunehmend erschöpft, gehetzt hinter den schnellen Bayern-Spielern her. Die Entscheidung, Bellingham auf der Bank zu lassen, wirkt im Nachhinein wie ein taktischer Fehleinschätzung – eine, die Ancelotti teuer zu stehen kommen könnte.
Tchouaméni verteidigt seine Sperre: Parallel dazu sorgte die gelb-rote Karte von Tchouaméni für zusätzliche Brisanz. Der französische Mittelfeldspieler äußerte seinen Unmut über die Entscheidung: „Es war keine faire Sperre.“ Militao hingegen kehrte in die Startelf zurück und könnte im Rückspiel eine wichtige Rolle spielen. Auch ein Einsatz von Mendy, der sich im Training gut präsentierte, ist denkbar.

Das rückspiel in münchen: eine chance für bellingham
Das Duell in München wird entscheidend. Die Aufgabe ist gewaltig, aber mit Bellingham im Mittelfeld wächst die Hoffnung auf eine Überraschung. Seine Fähigkeit, das Spiel zu lesen, seine präzisen Pässe und seine unbändige Energie könnten der Schlüssel zum Erfolg sein. Er ist zweifellos ein Spieler für große Momente, und das Rückspiel in der Allianz Arena bietet ihm die perfekte Bühne, um seine Klasse zu beweisen. Ob Ancelotti seinen Fehler eingesteht und Bellingham von Beginn an aufstellt, bleibt abzuwarten. Doch eins ist klar: Ohne den jungen Engländer wird es für Real Madrid extrem schwer, das Wunder zu vollziehen.
