Befreiung durch standards? bundesliga-teams kämpfen mit der statistik

Die Diskussion um die wachsende Bedeutung von Standardsituationen im Fußball tobt – doch die Bundesliga scheint sich schwer zu tun. Während Arsenal in England reihenweise Treffer aus ruhenden Bällen erzielt, ringen die deutschen Teams mit der Umsetzung. Eine Analyse der aktuellen Daten wirft ein überraschendes Licht auf die Situation.

Die verkappte schwäche der bundesliga

Die verkappte schwäche der bundesliga

Julian Nagelsmann, Bundestrainer, mahnte kürzlich: „Es gibt Teams, die schießen 50 Prozent der Tore aus Standards.“ Ein alarmierender Wert, der in der Bundesliga bisher kaum zu finden ist. Während die Premier League von Arsenal dominiert wird, kämpfen viele Bundesligisten damit, auch nur annähernd das Niveau zu erreichen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur etwa jeder dritte Eckstoß führt im Schnitt zu einem Tor – ein Wert, der weit hinter dem der englischen Liga zurückbleibt.

Die Dortmunder Ausnahme: Borussia Dortmund bildet hier die Ausnahme. Mit zehn Toren aus 154 Eckstößen, und dem geschickten Einsatz von Spielern wie Julian Ryerson, zeigen sie, dass es auch in der Bundesliga gelingen kann. Doch auch hier bleibt der Erfolg von der konsequenten Arbeit an Standardsituationen abhängig. Die Verpflichtung eines Spezialisten ist dabei keine Garantie, wie der entlassene Standardtrainer des BVB zeigte. Die Effizienz muss im Training erarbeitet werden.

Ein Blick nach Mainz offenbart eine weitere Facette des Problems: Der 1. FSV Mainz 05, bekannt für seine kämpferische Einstellung, hatte bei der jüngsten Partie gegen Dortmund mit der Dortmunder Standardstärke zu kämpfen. Ein Eigentor nach einem Eckstoß unterstrich die Schwäche des Teams in dieser Disziplin. Auch hier zeigen sich die Konsequenzen mangelnder Standards. Die harten Zweikämpfe um jeden Zentimeter im Strafraum verdeutlichen die Herausforderung.

Das Problem liegt nicht nur im Abschluss, sondern auch in der Vorbereitung. Oftmals werden Standards als reine Formsache abgetan, anstatt sie als entscheidende Chance zur Torgefahr zu nutzen. Die Bundesliga muss hier dringend aufholen, wenn sie mithalten will. Die Dominanz von Standardsituationen in anderen Ligen zeigt, dass das Potential vorhanden ist – es muss nur erkannt und trainiert werden.

Die Erkenntnis von Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, fasst das Problem treffend zusammen: