Becker fordert revolution beim coaching: „ich bin 100 prozent dafür!

Paris fiebert der French Open 2026 entgegen, und die Debatte um das Coaching auf dem Platz tobt weiter. Boris Becker, Tennislegende und Experte bei Eurosport, hat jetzt deutliche Worte gefunden und eine radikale Änderung gefordert: regelmäßiges Coaching direkt während des Matches.

Becker: „die wta war vorreiter“

Becker: „die wta war vorreiter“

Die Einführung des Off-Court-Coachings auf der ATP- und WTA-Tour im Oktober 2024 markierte bereits einen Wendepunkt im Tennissport. Becker lobte die Damen-Tour als Vorreiterin, erinnerte aber daran, dass „es schon immer gecoacht wurde – mit Handzeichen, mit Geräuschen, in der Umkleidekabine“. Diese subtilen Formen der Einflussnahme waren zwar verboten, wurden aber häufig praktiziert. Becker plädiert nun für den nächsten logischen Schritt: den Trainer direkt auf den Platz zu lassen.

„Ich finde es wichtig, den Trainer auf den Platz zu lassen. Vielleicht nach dem ersten Satz, da gibt es sowieso eine längere Pause“, argumentierte der sechsfache Grand-Slam-Sieger. Er verweist auf andere Sportarten, wie Basketball, wo das Wort des Trainers direkt an die Zuschauer weitergegeben wird – ein Modell, das er zwar als „übertrieben“ einschätzt, aber dennoch verdeutlicht, wie wichtig er die Rolle des Trainers ansieht.

Die Courtside Box und der Davis Cup zeigen bereits mögliche Wege. Während beim Davis Cup das On-Court-Coaching bereits etabliert ist, boten die Australian Open 2026 mit der sogenannten „Courtside Box“ eine interessante Zwischenlösung. Hier konnten vier Teammitglieder direkt am Platz interagieren und Anweisungen geben. Becker bezeichnete dies als „richtig“ und als wichtigen Schritt zur Verbesserung des Austauschs.

Becker ist überzeugt: „Das Coaching verbessert das Match.“ Der ehemalige Weltranglistenerste fordert eine offene Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen des On-Court-Coachings. Es bleibt abzuwarten, ob seine Forderungen auf offene Ohren stoßen und ob die Tenniswelt bereit ist für eine Revolution im Coaching.

Die French Open stehen bevor, und mit ihnen die nächste Chance, die Debatte um das Coaching neu zu entfachen. Eine Sache ist klar: Die Diskussion ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Frage ist nicht, ob Coaching eine Rolle spielen wird, sondern wie.