Bbl-finale: obsts tränenbittere niederlage – titel an alba!

München – Eine Achterbahn der Emotionen, eine verpasste Chance und am Ende Tränen auf der Bank: Der FC Bayern Basketball verlor das BBL-Finale gegen Alba Berlin mit einem schmerzhaften Ergebnis. Besonders bitter: MVP Andreas Obst, normalerweise Garant für entscheidende Treffer, verspielte mit seinem Team die Meisterschaft in einem denkwürdigen Abschluss der Serie.

Die last der krankheit und die alba-defensive

Die last der krankheit und die alba-defensive

Obst, der nach einer überstandenen Virusinfektion ins Finale zurückkehrte, wirkte angeschlagen. Bereits in den vorherigen Spielen war seine Leistung unter dem gewohnten Niveau geblieben. Alba Berlin erkannte seine Schwäche und verdoppelte ihn konsequent, was dem Scharfschützen sichtlich zu schaffen machte. Die Münchener Offensive war zudem stark darauf angewiesen, Obst im Eins-gegen-Eins zu lösen, was die Verteidigung der Berliner zusätzlich erleichterte.

Die erste Halbzeit zeigte noch eine andere Seite des Welt- und Europameisters. Mit 16 Punkten bewies er, dass auch in angeschlagener Form Kaliber vorhanden ist. Doch im weiteren Verlauf des Spiels, ähnlich wie das gesamte Bayern-Team, fiel Obst deutlich ab. Elf Würfe benötigte er für lediglich acht Punkte, und sein sonst so gefürchteter Dreier fand kein Ziel.

Ein bitterböses Finale: In den Schlusssekunden, als die Bayern bereits mit sechs Punkten Rückstand kämpften, schien Obst doch noch den Ausgleich zu schaffen. Sein erster Dreier der zweiten Halbzeit verkürzte auf drei Punkte. Doch die vergebenen Freiwürfe von Berlins Justin Bean gaben den Bayern eine letzte Chance. Zwei hochkarätige Dreierversuche von Obst – einmal gut verteidigt, einmal aus der Ecke – verfehlten das Ziel. Würfe, die der normalerweise so sichere Obst in seiner herausragenden Saison bereits unzählige Male versenkt hatte.

Trainer Svetislav Pesic machte die Strapazen deutlich: „Der Virus hat ihn wirklich niedergeschlagen. Er lag zehn Tage komplett flach.“ Trotzdem brachte er Obst in fast allen Finalspielen für rund 30 Minuten ein, ein Beweis für das unbändige Siegeswillen – und ein Zeichen dafür, wie wichtig der MVP für sein Team ist. Doch diese Saison, die individuell seine beste war, endet nun ohne den ersehnten Titel.

Die Silbermedaille um seinen Hals, der blasse Blick und das ungläubige Kopfschütteln von Andreas Obst sprechen Bände. Es ist ein tragischer Abschluss für einen Spieler, der seine Mannschaft so oft gerettet hat – diesmal war es eben anders. Die Faszination des Sports liegt oft in diesen Momenten, in der Erkenntnis, dass selbst der größte Champion manchmal ans Ende seiner Kräfte stößt.