Bayern-frauen rütteln sich in letzter minute wach und schubsen united raus
Plötzlich tobte die Allianz Arena, als hätten 25.000 Zuschauer einen Stromschlag bekommen: Glódís Viggósdóttir köpfte in der 81. Minute den Ball ins Netz, drei Minuten später jagte Linda Dallmann ihn erneut unter die Latte – und damit Manchester United aus der Champions League. Die Bayern gewinnen 2:1, stehen erstmals seit 2021 wieder im Halbfinale und haben den großen Bären auf dem Schulterblatt: Barcelona wartet.
Malard trifft früh, mahmutovic patzt
Die Französin Melvine Malard hatte den Rekordmeister schon nach elf Minuten kalt erwischt. Torfrau Ena Mahmutovic eilte aus dem Kasten, verpasste die klare Aussage, traf stattdessen Mitspielerin Vanessa Gilles – und Malard schob locker ein. Die Münchnerinnen wirkten wie eingefroren, ließen sich im Mittelfeld abpflücken und hätten noch höher liegen können, wenn Malard den zweiten Streich nicht verziehen hätte.
Erst nach dem Seitenwechsel schaltete Alexander Straus um: Momoko Tanikawa rückte ins Zentrum, Pernille Harder lief tiefer, um Lea Schüller mit Zuspielen zu füttern. Die Dänin scheiterte freistehend, doch der Druck blieb. Ecke um Ecke regnete auf Mary Earps’ Kasten – insgesamt zwölf an der Zahl. Die zwölfte war es dann, die Viggósdóttir per Kopf versenkte. Jubel, Erleichterung, Voodoo.

Barcelona droht als nächster gegner
Mit dem 3:4 aus dem Hinspiel im Rücken musste United nach vorne, die Räume wurden riesig. Linda Dallmann nutzte sie gnadenlos, schlenzte aus 14 Metern ins linke Eck – 2:1, Entscheidung. Die Bayern haben nun zwölf Tage, um sich auf eine mögliche Revanche gegen Barcelona vorzubereiten, die mit 6:2 gegen Real Madrid ins Rückspiel geht. Im Oktober ließen die Katalaninnen die Münchnerinnen beim 7:1 alt aussehen. Diesmal will Straus die Defensive dichtmachen – und Mahmutovic den Ball.
Der Halbfinaleinzug ist kein Geschenk, sondern hart erarbeitet. Ohne die verletzte Klara Bühl, ohne die gesperrte Arianna Caruso, aber mit dem Herz einer Mannschaft, die nie aufsteht, bevor der Schiri abpfiff. Am 25. oder 26. April geht’s weiter. Barcelona? Bringt sie. Die Bayern sind wach.
