Bayern-abwehr lobt trotz rekordpleite: neuer im albtraum!
Paris – Ein Fußballabend für die Ewigkeit, ein Halbfinal-Spektakel, das in Erinnerung bleiben wird: Bayern München und Paris Saint-Germain lieferten sich ein 4:5, das die Fußballwelt in Atem hielt. Doch während die Fans den Wahnsinn genossen, steht für die Bayern-Abwehr die bittere Frage im Raum: Wie konnte das nur passieren? Und warum stand Manuel Neuer im Tor einsam da?
Die innenverteidigung zeigt sich von ihrer besten seite
Trotz der fünf Gegentore gab es unerwartete Lobeshymnen für die Bayern-Abwehr. Mats Hummels, der Routinier im Team, zeigte sich bei „Amazon Prime“ beeindruckt von der Leistung von Josip Stanišić und Dayot Upamecano. „Tah und Upamecano haben ein gutes Spiel gemacht und noch viel wegverteidigt. Das habe ich noch gefühlt bei keiner Mannschaft gesagt, die fünf Tore bekommen hat“, analysierte Hummels. Ein Lichtblick in einer ansonsten dunklen Nacht für die Münchner.
Aber es gab auch einen Mann, der den Abend nicht vergessen möchte: Manuel Neuer. Der Weltmeister stand vor einer historischen – und alles andere als erfreulichen – Statistik. Laut offiziellen Angaben konnte Neuer in Paris keinen einzigen Schuss parieren. Das ist ein Negativ-Rekord, der in die Annalen des Champions-League-Fußballs eingeht. Laut „ESPN“ ist er der erste Torwart in den vergangenen 16 Champions-League-Saisons, der in einem K.o.-Spiel mindestens fünf Gegentore kassierte, ohne eine einzige Parade zu verzeichnen. Eine Leistung, die selbst den erfahrenen Keeper sprachlos machte.

Neuer sucht erklärungen – und findet sie nicht
Im Anschluss an das Spiel suchte auch Neuer nach einer Erklärung für seine desaströse Leistung. „Man hat die Tore gesehen. Da ist es schwer, einen zu halten. Zweimal war es sehr knapp gewesen, wo ich eventuell drankomme beziehungsweise ihn (den Ball; Anm. d. Red.) auch touchiere“, erklärte der Torwart. Er räumte ein, dass PSG bei den Gegentoren stark agierte und dass den Bayern das „Quäntchen Glück“ gefehlt hatte, das den Ball gegen den Pfosten lenkt oder die Verteidigung sich den Ball schnappt.
Die fünf Gegentore wirkten sich natürlich auf die gesamte Defensive aus, so Neuer. „Fünf Tore stören die Defensive und den Torwart natürlich, das ist klar. Aber wir stecken nicht den Kopf in den Sand. Wir schauen nach vorne.“ Ein optimistischer Ausblick, der jedoch die bittere Realität nicht auslöschen kann.
Die internationalen Medien überschlugen sich fast mit Lob für das Spiel. Die englische „Sun“ bezeichnete das Halbfinale als „Spiel des Jahrhunderts“, der „The Guardian“ fragte sich: „Gab es jemals ein Fußballspiel wie dieses?“ Die französische „L’Équipe“ blickt bereits gespannt auf das Rückspiel in München.
Nächsten Mittwoch (6. Mai, 21 Uhr/DAZN und auf sportbild.de im Live-Ticker) steigt das Rückspiel in München. Kann Bayern den Klassenverlust noch abwenden? Die Ausgangslage ist denkbar schwierig, aber eines ist sicher: Wer dieses Spiel verpasst, verpasst ein Fußball-Spektakel der besonderen Art.
