Bayer-boss flüstert: brandt zurück zur werkself?

Julian Brandt steht ohne Vertrag da, Fernando Carro öffnet die Flanke – und plötzlich glüht das alte Liebesfeuer zwischen dem Nationalspieler und Bayer Leverkusen. „Ich finde Julian Brandt sensationell“, sagte der Geschäftsführer der Rheinländer am Freitagabend bei DAZN und schickte damit die Transfergerüchteküche auf Hochtouren.

Carro wirft den ball, rolfes muss sicherstellen

Carro wirft den ball, rolfes muss sicherstellen

Die Botschaft ist klar: Carro, der Finanzfachmann, winkt ab. Die sportliche Kompetenz liegt bei Simon Rolfes. „Wenn Simon den will, werde ich das auf jeden Fall unterstützen“, sagte er und schob damit die Verantwortung zum Sportchef rüber. Brandts Vertrag bei Borussia Dortmund läuft im Juni aus, ein Wechsel ist längst beschlossene Sache. 25 Millionen Euro kostete der offensive Mittelfeldspieler einst den BVB, nun könnte er ablösefrei zurückkehren – in die BayArena, wo er von 2014 bis 2019 längst zur Identifikationsfigur heranwuchs.

Die Zahl 29 steht dabei nicht nur für sein Alter, sondern auch für die Frage, ob Leverkusen erneut in einen Profi investiert, der die Drei vor der Drei bereits überschritten hat. Denn die Werkself baut jung um, holte zuletzt Granit Xhaka und Álex Grimaldo – beide 28, beide erfahren, beide sofort Leistungsträger. Brandt wäre logisch, aber kein Schnäppchen: Gehalt, Prämien, Beraterprämien – die Rechnung dürfte trotz fehlender Ablöse dreistellige Millionen summieren.

Was spricht für ihn? Die Vertrautheit. Brandt kennt die Gänge, die Medienräume, die Erwartungshaltung. Er kennt Xabi Alonsos Spielidee, weil sie derjenigen seines einstigen Mentors Roger Schmidt nicht unähnlich ist: hoher Druck, schnelle Vertikalität, viel Ballbesitz. Was spricht gegen ihn? Die Konkurrenz. Florian Wirtz hat die Zehn besetzt, Jonas Hofmann die rechte Bahn, Amine Adli und Nathan Tellabuhlen um Minuten. Brandt müsste sich neu erfinden – oder akzeptieren, dass er nicht mehr der erste Ansprechpartner ist.

Die Entscheidung fällt in den nächsten Wochen. Brandt schweigt, sein Berater Dirk Hebel auch. Aber das Schweigen ist nicht leer, es ist strategisch. Denn wer jetzt zuviel sagt, verliert Pokerchips. Und Leverkusen? Die haben plötzlich zwei Drucker im Raum stehen: den für die Meisterschaft und den für die Personalie Brandt. Beide könnten sich gegenseitig beschleunigen – oder blockieren.

Fakt ist: Am 14. März 2026 ist Julian Brandt noch Dortmunder. Am 1. Juli 2026 könnte er wieder Leverkusener sein. Die Rückkehr wäre keine romantische, sondern eine kalkulierte. Und sie hätte einen Vater: Fernando Carro, der sich eben nicht nur für Zahlen, sondern auch für Fußball begeistert. Ob Simon Rolfes ebenfalls schwärmt, wird sich zeigen. Bis dahin heißt es: Warmhalten, Beobachten, Abwägen. Die Werkself hat den Fan im Vorstand, Brandt hat das Angebot. Nun muss nur noch der Sportchef zügelschnallen.