Baumgartner schmeißt hoffenheim mit händedruck vom platz

Christoph Baumgartner kam, sprang – und machte alles klar. Mit zwei Kopfbällen zerlegte der Österreicher die TSG Hoffenheim, bevor der Gegner Luft holen konnte. 5:0 für RB Leipzig, ein Befreiungsschlag nach dem Stotterstart und ein drittes Mal in Serie, dass Baumgartner doppelt trifft. Drei Wochen nach dem 2:2 gegen Dortmund wiederholte er das Mantra: Erst der Kopf, dann das Tor.

Erster schlag: ballverlust, zweiter schlag: netzgeräusche

Die ersten zehn Minuten gehörten Hoffenheim. Die nächsten 80 Leipzig. Baumgartner beschreibt die Phase danach so: „Du spürst, wie ihnen die Luft wegbleibt.“ Wer die Statistik öffnet, sieht 4:0 zur Pause – und 9:0 an gewonnenen Zweikämpfen in der gegnerischen Hälfte. Die TSG, sonst ein Bollwerk in der Luft, kassierte zwei Kopfballtore aus der dritten Flanke. David Raum liefert, Baumgartner attackiert, Xaver Schlager bleibt unten. „Xaver kann eh nicht so hoch springen“, scherzt der Torschütze später. Innerhalb von 180 Sekunden war die Partie entschieden.

5:0 – das Ergebnis täuscht nicht. Die Leipziger verwandelten ihre ersten vier Torschüsse. Benjamin Henrichs krönt sein Comeback nach acht Monaten Pause mit dem fünften Treffer. „Benny hat einen ganz langen Weg hinter sich“, sagt Trainer Ole Werner. Der Außenverteidiger hatte sich nach Achillessehnenriss in Tränen aufgelöst, als er den Ball im Netz sah. Für Werner ist er „Segen für jede Mannschaft“, für Leipzig ein Signal, dass der Kader Tiefe gewinnt.

Die luftnummer, die keine war

Die luftnummer, die keine war

Baumgartner selbst wählt nach Abpfiff die nüchteste Schlagzeile: „Drei Punkte.“ Mehr braucht er nicht. Denn die Tabelle spricht laut: Mit dem Sieg springt Leipzig auf Platz zwei, nur zwei Zähler hinter Bayern. Die TSG rutscht auf Europa-League-Rang zurück und kassiert die höchste Niederlage der Saison. Die nächsten Gegner? Bremen für Leipzig, Bochum für Hoffenheim. Beide Keller, beide Endspiele. Baumgartner weiß: „In der Phase, in der wir jetzt sind, zählt nur, dass du weitermachst.“

Die Länderspielpause kommt zur rechten Zeit. Werner kann durchatmen, seine Offensive hat 18 Tore in den letzten fünf Pflichtspielen erzielt. Die Defensive kassierte nur zwei. Gegen Bremen will er „keinen Gefallen tun“, wie er grinsend einräumt. Für Hoffenheim heißt es, die Schneid wiederzufinden, die Leipzig ihnen am Samstag abgekauft hat. Die Zahlen sind gnadenlos: 0,68 xG für die TSG, 3,41 für Leipzig. Ein Unterschied wie zwischen Sprungbrett und Fallgrube.

Am Ende steht ein Foto: Baumgartner mit Schlager im Nacken, beide lächelnd. Der eine springt höher, der andere bringt die Punkte nach Hause. Leipzig fliegt nach Bremen, Hoffenheim muss sich erheben. Die Saison ist nicht gerettet, aber die Richtung ist klar: nach oben. Dafür reicht ein einziger Kopf – wenn er zur richtigen Zeit kommt.