Basler zerreißt nagelsmanns torhüter-poker: „das ist kein vertrauen, das ist ein geschenk“

Mario Basler hat mit seinem Podcast „Basler ballert“ den Zeitpunkt gewählt, an dem Julian Nagelsmann gerade die letzten Fragen der WM-Vorbereitung klären will – und genau da schlägt der 57-Jährige zu. Sein Angriffsziel: die geplante Einsatzgarantie für Alexander Nübel im Test gegen Ghana. „Wenn ich sehe, wie mit Nübel umgegangen wird, frage ich mich: Ist das Vertrauen oder ein Geschenk?“, sagt Basler. Knallhart fügt er hinzu: „Ein Weltmeisterschaftstorhüter wird nicht gemacht, indem man kurz vor dem Turnier mal ein Testspiel verschenkt.“

Nagelsmanns antwort klingt wie ein schulzeugnis – basler kassiert sie gnadenlos ab

Nagelsmann hatte den Einsatz des Stuttgarters als „Belohnung für konstant gute Leistungen“ verkauft. Basler lacht das aus. „Belohnung klingt nach Sonderverlosung. Eine Nummer-eins-Position muss erkämpft, nicht geschenkt sein.“ Dabei zieht er den Vergleich zu Oliver Baumann, der als gesetzte Nummer eins gilt: „Wenn Baumann verletzt ausfällt, willst du nicht einen, der ‚auch mal dran war‘, sondern einen, der schon in Stadien gegrölt hat, in denen die Tribüne bebt.“

Die Statistik liefert ihm Recht: Nübel kassierte in 28 Bundesliga-Spielen 39 Gegentore – kein Wert, der Selbstverständlichkeit suggeriert. Baumann kam in derselben Zeit auf 34 Gegentore bei zwei Spielen mehr, dahinter steckt Hoffenheims offensives Risiko. Dennoch: Die Torhüter-Rangliste der Bundesliga führt nicht Nübel, sondern Noah Atubolu von Freiburg (17 Gegentore, 21 Spiele) an. Genau der Mann, den Nagelsmann zuletzt einlud, dann aber wieder nach Hause schickte – ohne eine Minute Spielzeit.

Atubolu und trapp: basler wirft dfb inkonsequentes casting vor

Atubolu und trapp: basler wirft dfb inkonsequentes casting vor

„Wenn du Wochen über Atubolu diskutierst, ihn dann holst und ihn nicht mal auf die Bank setzt, ist das pure Show. Das vernichtet Vertrauen“, wettert Basler. Stattdessen plädiert er für Kevin Trapp. Der 35-Jährige spielt seit Sommer beim Paris FC – zweite französische Liga, dafür mit 39 Länderspiel-Minuten in der Knochen. „Trapp hat in der Champions League gezeigt, wie er Strafraum beherrscht. Genau diese Ruhe brauchst du, wenn im Achtelfinale plötzlich ein Elfmeter fällt“, sagt Basler und meint damit die Erfahrung, die Nübel nie sammelte.

Die WM rückt näher, der Kader wird auf 26 Plätze aufgestockt. Dennoch: „Die Torhüter-Frage ist die einzige, bei der du keine Experimente riskierst. Rotierst du da, rotiert die ganze Mannschaft mit“, warnt Basler. Sein Fazit ist ein Schlag ins Gesicht der DFB-Führung: „Wenn du bis November nicht weißt, wer deine Nummer eins ist, hast du sie verloren – und vielleicht auch das Turnier.“