Nur drei super-league-außenseiter: yakins hartes wm-auswahlspiel beginnt gegen norwegen

Murat Yakin schickt am Dienstagabend seine Schweizer Nati gegen Norwegen aufs Feld – und muss dabei zusehen, wie sein Kader sich selbst abräumt. Die Super League liefert gerade mal drei Spieler: Marvin Keller, Joel Monteiro und Alvyn Sanches, allesamt von den Young Boys. Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Trend.

Die liga der verlieren

Gegen Deutschland durfte Sanches 45 Minuten ran, Monteiro sogar 90. Doch das war’s. Kein Luzern, kein Lugano, kein Basel, kein GC – und erst recht kein Winterthur. Der FC Basel wartet seit Zeki Amdouni fast drei Jahre auf einen neuen Nationalspieler. Der FC Winterthur wartet seit … dieser Zeitung reicht der Platz nicht für die Nullen.

Die Zahlen sind laut: Im gesamten Kalenderjahr 2025 kamen nur Adrian Bajrami (Luzern) und Albian Hajdari (damals Lausanne) zu Kurzeinsätzen. Hajdari wechselte danach ab – zur kosovarischen Auswahl. Die Botschaft ist klar: Wer in der Super League bleibt, bleibt außen vor.

Warum yakin nicht umschwenkt

Warum yakin nicht umschwenkt

Yakin mag keine Experimente, er mag keine Risiken. Er mag Spieler, die in Ligen laufen, wo das Tempo höher ist und die Räume kleiner. Die Super League liefert ihm das nicht. Also schaut er nach Frankfurt, London, Barcelona – überall, nur nicht in die eigenen Stadien.

Das Problem: Die Schweiz hat keine 50 Granit Xhakasoder Manuel Akanjis im Ausland. Die Pipeline trocknet aus. Und während Yakin sein letztes Testspiel vor der WM nutzt, um seine Euro-Kandidaten zu schonen, bleibt den Jungs daheim nur die Tribüne.

Die Konsequenz: Ein Heimwelt, die sich selbst entzaubert. Fans kaufen Tickets, um Spieler zu sehen, die sie kennen – und sehen stattdessen Promis vom Fernsehen. Die Super League wird zur Leihgabe, nicht zur Leistung.

Nach dem Abpfiff in Genf wird Yakin seine 26 WM-Namen verschließen. Die Chance, dass darunter ein Spieler ist, der morgen in Basel oder St. Gallen arbeitet, liegt bei null Komma sieben. Die Liga mag ihre Meister feiern – die Nationalmannschaft feiert sich selbst. Und zwar ohne sie.