Basel stellt sich hinter lichtsteiner – trotz 4 siegen aus 11 spielen
Die Führung des FC Basel schickt sich an, aus einer Schlammschlacht eine Schneise zu schneiden. Nach nur vier Siegen aus den ersten elf Partien unter Stephan Lichtsteiner und öffentlichem Gegenwind umringt Präsident David Degen seinen Trainer – und macht daraus ein Bekenntnis zum Club.
„Jeder mensch macht fehler“ – degen verteidigt lichtsteiner
„Jeder Mensch macht Fehler, aber wir stehen Vollgas hinter ihm“, sagt Degen im Interview mit blue Sport. Die Worte klingen wie ein Schulterschluss vor dem Abgrund, doch der Präsident bleibt hart: Lichtsteiner brauche Zeit, seine Spielidee einzuprägen, und gerade jetzt gelte es, zusammenzuhalten statt zu zerfleddern.
Die Zahlen sind rau: Vier Erfolge, drei Remis, vier Pleiten. Dazu einige Interviews, die eher wie Provokationen denn wie Analysen wirken. Die Kurve der Erwartungen schoss nach unten, die Medien forderten Konsequenzen. Doch Degen zieht nicht an der Notbremse, sondern richtet den Blick nach vorn.

Basel klettert in die top 6 – europacup-tür steht offen
Der Aufwärtstrend, den Degen beschwört, ist zart, aber messbar. Drei Siege aus den letzten fünf Partien. Mit dem jüngsten Erfolg in Lausanne hat sich Basel einen Platz in den Play-off-Plätzen gesichert. Punktgleich mit dem FC Lugano auf Rang vier, zwei Zähler hinter dem FC Zürich – die Europa-League-Konsole blinkt noch.
Für Lichtsteiner ist das mehr als ein Trostpflaster. Es ist die Lizenz, weiterzuarbeiten, ohne ständig zum Strohhalm greifen zu müssen. Degen betont, dass der Klub „nicht nach jeder Niederlage alles infrage“ stelle. Die Devise laute: Fehler zulassen, lernen, weitermachen.

Die nächsten wocen entscheiden über den glauben
Die Stunde der Wahrheit tickt leise. In den kommenden fünf Spielen trifft Basel auf St. Gallen, YB und den FC Zürich. Dort wird sich zeigen, ob der Glaube der Bosse auf Dauer standhält – oder ob die Statistik am Ende stärker ist als die Rhetorik.
Bis dahin darf Lichtsteiner trainieren, ohne auf glühende Kohlen schauen zu müssen. Das ist in der heutigen Fussballwelt kein Selbstverständnis, sondern ein Statement. Und vielleicht genau die Ruhe, die eine Mannschaft braucht, die sich neu erfindet.
