Bartesaghi kehrt zurück – aber estupiñán droht ihm den derby-platz wegzunehmen

Derby-Woche, Nervenkrieg pur. Während Milan am Rande des Rasens schon wieder einen Akteur verliert, kehrt ein anderer zurück – allerdings nur, um auf der Bank zu glühen.

Davide Bartesaghi hat den Flexorenreiz im rechten Oberschenkel abgeschüttelt. Gestern trat er nach drei Tagen Individualprogramm wieder ins Mannschaftstraining ein. Doch die Nachricht trügt. Massimiliano Allegri hat in dieser Woche bislang nur einen Namen für die linke Außenbahn gezogen: Pervis Estupiñán. Der Ecuadorianer kam von Brighton, um genau diese Partien zu entscheiden – und wird sie bekommen.

Die Zahlen sprechen für Estupiñán: 26 Sprints über 30 km/h in der laufenden Europa-League-Saison, 67 % gewonnene Zweikämpfe auf seiner Seite. Bartesaghi mag das größere Milan-Herz haben, das Stadionheft listet ihn trotzdem nur als „Joker“. Die Hierarchie ist gnadenlos.

De winter rückt ins zentrum – gabbia fällt komplett aus

De winter rückt ins zentrum – gabbia fällt komplett aus

Während links ein Kämpfer nach dem anderen scheitert, ist die Mitte klar verteilt. Koni De Winter behält seinen Platz im Zentrum, weil Matteo Gabbia am Montag in London am Leistenkanal operiert wurde. Die Prognose: vier Wochen Pause, Saison-Ende für ihn. De Winter profitiert – und trägt die Last, die sonst Gabbia trug.

Der 21-jährige Belgier steht erstmals in einem Derby in der Startelf. Sein letztes Pflichtspiel gegen Inter: Youth-League-Halbfinale 2022, 0:1. Erinnerungen an einen Fehler, der ihm Monate verfolgte. Jetzt darf er sich rehabilitieren – vor 75.000 Zuschauern, live in 190 Ländern.

Der Taktikfuchs Allegri wird heute um 12 Uhr die Pressekonferenz geben, danach das letzte Aufgebot formieren. Die Spieler schlafen in Milanello, fahren morgen im geschlossenen Konvoi zum Meazza. Kein Zufall: Wer in Mailand derbyreif sein will, muss isoliert bleiben – vom Lärm, von der eigenen Euphorie, von der Angst.

Um 20:45 Uhr wird dann nicht nur ein Stadt gespalten, sondern auch eine Kader-Liste. Wer startet, wer feiert, wer verschwindet – oft entscheidet eine einzige Nerven.