Barret robbins ist tot: der super-bowl-held, der nie mehr zurückfand

Barret Robbins ist mit 52 Jahren gestorben – und mit ihm ein Stück Football-Geschichte, das zwischen Größe und Absturz oszillierte. Die Las Vegas Raiders bestätigten den Tod des ehemaligen Centers, der 2002 noch zum All-Pro gewählt wurde und die Offensive Line des Teams zum Super Bowl 2003 führte.

Der tag, an dem alles zerbrach

Kein Spieler verkörpert die Schattenseiten des Sports wie Robbins. Am Vorabend des Super Bowl XXXVII verschwand der 1,93-Meter-Hüne spurlos. Die Raiders fanden ihn verwirrt und desorientiert in San Diego – ohne zu wissen, dass seine bipolare Störung die Fäden zog. Die 48-21-Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers wurde zur Fußnote. Das Narrativ war geboren: Das Genie, das sich selbst zerstörte.

Die Zahlen lügen nicht: 121 NFL-Spiele, 105 Starts, drei Playoff-Saisons. Doch die Statistik erzählt nicht vom Mann, der nach seiner Karriere in Tijuana mit Kokain erwischt wurde, der wegen Angriffs zu 30 Tagen Haft verurteilt wurde, der sich in Rehabilitationskliniken wiederfand. Sein Leben wurde zum Pendeln zwischen Manie und Depression, zwischen dem Helm, der ihn schützte, und der Realität, die ihn zerschlug.

Was die liga nicht wollte

Was die liga nicht wollte

Die NFL mag Helden. Sie mag keine Helden, die erzählen, wie sehr das Spiel sie kaputtmacht. Robbins wurde zum Unbequemen, zum lebenden Beweis dafür, dass auch All-Pros nicht immun sind gegen psychische Kollaps. Die Liga baute Mentale-Health-Programme auf – aber zu spät für ihn. Seine Mitspieler organisierten Spendengalas, doch das reichte nicht, um die Dämonen zu bändigen.

Jetzt, da die Nachricht durchs Netz geistert, tauchen die alten Videos wieder auf: Robbins, wie er gegen die New York Jets die Pocket aufräumt, wie er Rich Gannon mit der Hand in Bewegung setzt, wie er nach dem Spiel den Helm abnimmt und lächelt – ein Lächeln, das keine Ahnung hatte, was kommen würde.

Die Raiders verlieren nicht nur einen ehemaligen Spieler. Sie verlieren ein Stück eigene Identität, jene raue Ära, als das Team noch in Oakland hauste und die Black Hole für jeden Gegner zur Hölle wurde. Robbins war das Herzstück dieser Hölle, bevor er selbst darin versank.