Barça ohne lewandowski: atlético-schmach soll trotz knochenbruch wettgemacht werden
Der FC Barcelona stapelt tief. Ohne Robert Lewandowski, ohne Eric García, ohne Frenkie de Jong. Das 0:4 im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey gegen Atlético Madrid war nicht nur ein Ergebnis, es war eine Demütigung. Am Dienstagabend nun steht die Rechnung an – und die muss ohne den besten Torjäger der letzten Dekade beglichen werden.
Lewandowski ausgerechnet jetzt: augenhöhle gebrochen, maske in sicht
Die Diagnose kam am Sonntag, einen Tag nach dem 4:1 gegen Villarreal. Bruch der linken Augenhöhle. Kein Bluterguss, kein Prellungsschmerz. Knocheinbruch. Der Vergleich mit Aleksandar Pavlović liegt nahe: Der Bayern-Profi zog sich dieselbe Verletzung im August zu, wurde operiert, trug zwei Wochen eine Gesichtsmaske. Lewandowski will die Prothese schon am Samstag gegen Athletic Bilbao testen. Realistischer Termin für das Comeback: das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am 10. März in Newcastle. Bis dahin muss Barça ohne ihn auskommen.
Die Zahle ist hart: In 23 Liga-Spielen unter Hansi Flick stand der Pole nur zehn Mal in der Startelf. Trotzdem erzielte er elf Tore – nur Lamine Yamal (13) und Ferran Torres (12) sind effizienter. Lewandowski mag nicht mehr der erste Name auf dem Zettel sein, aber er bleibt der erste, der in der Zone 14 den Abschluss sucht. Genau diese Instinktlosigkeit fehlt morgen im Camp Nou.

Flicks system ohne plan b: atlético wartet auf den konter
Die Kabine brodelt. Nach dem 0:4 in Madrid soll es ein Krisentreffen gegeben haben. Spieler warfen Flick vor, zu offensiv, zu naiv, zu langsam in der Umschaltphase. Atlético spielte das perfekte Spiel: tief, kompakt, gnadenlos im Umschaltmoment. Barça hatte 72 Prozent Ballbesitz, aber nur zwei Torschüsse aus dem Strafraum. Die Statistik lügt nicht: Wer nicht trifft, verliert. Wer vier Gegentore kassiert, hat mehr als Pech.
Nun fehlen drei Stammpersonalien. García sitzt Gelb-Rot-gesperrt zu Hause, de Jong zieht seine Oberschenkel-Platzhalter-Fahrt weiter, Lewandowski schraubt sich eine Carbon-Maske über das Gesicht. Die Lösung? Pau Víctor könnte durch die Mitte laufen, Raphinha auf neun rücken, Dani Olmo als falsche Neun. Alles Varianten, keine Konstanten. Atlético wiederum reist mit dem Vorteil des Zwei-Tore-Puffers und der Ruhe des Gewissens: Ein Tor reicht, um den Finaleinzug zu besiegeln.
Die Rechnung ist simpel: Barcelona muss mindestens vier Tore erzielen, ohne zu kassieren. Das gab es in der Klubhistorie erst einmal: 1986 gegen Anderlecht im UEFA-Cup. Damals hatte Bernd Schuster die Kapitänsbinde getragen. Heute trägt Marc-André ter Stegen das Armband – und vielleicht genau deshalb ist das Wunder nicht ausgeschlossen. Denn der deutsche Keeper ist der letzte, der aufgibt. Und wenn er vorne die erste Parade verhindert, hinten der erste Pass kommt, dann kann so ein Abend in Barcelona enden, wie er begonnen hat: mit Lärm, mit Tränen, mit dem Gefühl, dass Fußball eben doch Geschichten schreibt, die kein Drehbuchautor erfinden würde.
