Barça gegen atlético: stolz retten, wenn der pokal schon weg ist

Das Hinspiel hat alles gesagt. 0:4 gegen Atlético Madrid im Halbfinale des Copa del Rey – ein Ergebnis, das keine Deutung braucht. Wenn der FC Barcelona heute im Rückspiel antritt, geht es nicht mehr um Weiterkommen. Es geht darum, wenigstens das Gesicht zu wahren.

Ein abend ohne echten einsatz – oder doch mit?

Vier Tore Rückstand sind eine Hypothek, die selbst das beste Barça der letzten Jahre kaum stemmen könnte. Das wissen die Blaugrana. Das weiß Trainer Hansi Flick. Und das weiß auch Atlético-Coach Diego Simeone, der seine Mannschaft entsprechend defensiv ausrichten wird – oder eben nicht, weil er es sich leisten kann, offen zu spielen.

Genau das macht diese Partie taktisch interessant, trotz allem. Wenn beide Teams wissen, dass das Ergebnis im Grunde feststeht, fallen die Scheuklappen. Weniger Kalkül, mehr Fußball. Viele Chancen auf beiden Seiten sind wahrscheinlicher als ein zähes Abtasten.

Was barça wirklich antreibt in diesen wochen

Der Copa ist verloren. Aber die Saison? Keineswegs. Der FC Barcelona kämpft in der LaLiga um den Titel – und in der Champions League um das, wofür der Verein in Europa steht. Das sind die Wettbewerbe, die zählen. Das sind die Abende, für die sich die Spieler aufheben sollten.

Heute Nacht ist also auch eine Frage der Krafteinteilung. Flick wird rotieren. Er wäre töricht, es nicht zu tun. Junge Spieler bekommen Minuten, Stammspieler schonen die Beine. Das Rückspiel gegen Atlético wird zum Testlauf für Reservisten – und zum Bühnenauftritt für jene, die sonst nur zuschauen.

Simeone hat längst gewonnen – und weiß es

Atlético reist nach Barcelona mit der Gelassenheit eines Mannes, der sein Ticket bereits in der Tasche hat. Simeone wird kaum riskieren, seine Abwehr zu öffnen und sich blamieren zu lassen. Aber auch er braucht Spielpraxis für bestimmte Akteure, auch er hat eine lange Saison vor sich.

Was bleibt, ist ein Spiel, das auf dem Papier bedeutungslos wirkt – und auf dem Platz trotzdem Feuer fangen kann. Weil Fußball das so macht. Weil Stolz eine eigene Energie erzeugt. Und weil das Camp Nou seine Mannschaft selten ohne Reaktion lässt, egal wie hoffnungslos die Lage erscheint.

Barça wird verlieren – den Pokal. Alles andere entscheidet sich anderswo.