Bamberg zerbricht am eigenen pokal: krimmer flüchtet nach trier
Die Brose Arena tobte noch, als das nächste Beben bereits durch die Kabine ging. Sekunden nach dem 97:93 gegen Bayern hängen die Bamberger ihr Pokalbanner in die Hallendecke – und verlieren dabei schon ihren Finals-Helden. Moritz Krimmer packt die Koffer, Trier lockt mit einem Zweijahres-Vertrag und offenbar mit dem doppelten Gehalt. Der erste Domino-Stein fällt, der Rest des Teams wackelt.
Der preis des pokalwunders
Kleinstbudget, größtes Herz – das Märchen hält nur kurz. Drei Wochen nach dem Halbfinale-Coup gegen München wiederholen die Franken den Spagat, doch die Rechnung folgt postwendend. Krimmer, 108-Kilo-Kraftpaket und in beiden Bayern-Spielen treffsicher, nutzt eine Ausstiegsklausel. Für Bamberg bleibt ein Loch von 2,04 Metern und neun Punkten im Schnitt. Für Trier die Chance, sich mit einem Nationalspieler zu schmücken, der sich in der Provinz zum BBL-Profi geadelt hat.
Der Wechsel ist kein Einzelfall, er ist das Script des Underdogs. Letzten Sommer schaffte Syntainics MBC den Pokalcoup, danach plünderten die Großen das Kader aus. Ulm sicherte sich nun schon vorzeitig Topscorer Ibi Watson (16,9 Punkte), auch er zieht es in den EuroCup. Bamberg droht das gleiche Schicksal: Spieler, die sich in der Provinz bewiesen, werden von Klubs mit tieferen Taschen und europäischer Bühne abgeworben.

Die transferkette zieht weiter
Intern heißt es, zwei weitere Leistungsträger hätten bereits Anfragen aus dem oberen Tabellendrittel. Wer genau, verrät niemand – die Angst vor weiteren Abgängen sitzt tief. Sportchef Demirel muss nun innerhalb von Wochen ein neues Gerüst bauen, sonst verpufft der Pokalsieg zur Farce. Die Fans feiern noch, doch die Realität schlägt durch die Ritzen der Kabine. Bamberg wird erneut zur Tal-Schmiede, statt zur Festung.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein Pokal wägt nicht gegen eine saubere Bilanz. Die Brose Arena wird auch nächste Saison voll sein – doch die Namen auf den Rücken dürften wieder neue sein. Krimmer ist nur der Anfang, der Rest folgt. Die Liga profitiert, Bamberg bleibt auf der Strecke.
