Baiano zerfetzt fiorentina: «seelenlos, kopflos, ohne leben»
Francesco Baiano sprach am Mittwochabend bei Radio Bruno drei Sätze – und riss die halbe Toskana aus dem Gleichgewicht. «Diese Mannschaft hat keine Seele», sagte der ehemalige Stürmer der Viola. Zwei Spiele, zwei Desaster: 0:3 in Jędrzejów, 1:4 in Udine. Für Baiano kein Ausrutscher, sondern ein Symptom.
Vanoli liefert sich aus – warum nur diese dreierkette?
Der Coach wechselte nach dem Europa-League-Debakel auf eine Dreierabwehr um. Ergebnis: noch mehr Lücken, noch mehr Unsicherheit. «Wenn du hinten keine Ball sicheren Spieler hast, kannst du nicht auf drei stellen», so Baiano. «Das ist keine Taktik, das ist Selbstaufgabe.» Vanoli selbst schwieg nach Abpfiff zehn Minuten lang, dann murmelte er etwas von «Umbruch» und «Neuausrichtung». Die Fans pfeiften, die Spieler trotteten mit hängenden Köpfen in die Kabine.
Was Baiano am meisten ärgert: das Fehlen jeder Reaktion. «Gegen Udinese hat dich jeder Gegner in jedem Zweikampf angegriffen, und ihr wart nie bereit.» Die Statistik gibt ihm recht: 37 % gewonnene Zweikämpfe, nur zwei Torschüsse aus dem Strafraum. Das ist nicht nur schlecht, das ist identitätslos.

De gea verbrennt seine kapitänsbinde
Captain De Gea stand nach dem Spiel vor den Mikrofonen, das Kinn auf der Brust. Dann platzte es heraus: «Ich weiß nicht, warum manche hier überhaupt noch spielen.» Baiano kocht. «Ein Kapitän schlägt mit der Faust aufs Tor, er hängt keinen ans Kreuz.» In der Kabine soll De Gea nach übereinstimmenden Medienberichten für seinen Ausruf applaudiert haben – halbe Mannschaft gegen die andere. Die Seelenlosigkeit wird zur Spaltung.
Die Tabelle lügt nicht: Seit sieben Spielen keine Serie-A-Heimsiege, seit fünf Auswärtsspielen keine drei Punkte. Die Fans planen für Samstag gegen Bologna eine Sitzblockade, die Curva Fiesole boykottiert die ersten 15 Minuten. Baiano: «Wenn die Spieler das nicht spüren, sind sie hier falsch.»
Am Ende bleibt eine Frage: Wer rettet die Seele der Viola? Vanoli schielt auf die U21, der Präsident auf den Transfermarkt. Baiano lacht bitter. «Ihr sucht neue Spieler? Sucht erst mal welche, die bereit sind zu kämpfen.» Die Stadt flüstert bereits den Namen Vincenzo Italiano. Ein Name, ein Hoffnungsschimmer – und ein Ultimatum für den amtierenden Coach. Wenn am Sonntagabend keine Leiche mehr auf dem Platz liegt, ist auch Vanolis Zeit vorbei. Die Uhr tickt laut.
