Tedesco fehlt: fenerbahçe muss auf chefcoach verzichten

Domenico Tedesco sitzt heute Abend nicht auf der Bank von Fenerbahçe. Der 38-jährige Trainer ist nach Angaben des Klubs mit einer schweren Infektion ausgefallen, sein Stellvertreter Zeki Murat Göle übernimmt das Kommando im Pokalspiel gegen Gaziantep.

Die infektion traf den italiener völlig überraschend

Die infektion traf den italiener völlig überraschend

Erst am Montag fehlte Tedesco beim Training, am Dienstag folgte die offizielle Bestätigung: „Er befindet sich in medizinischer Behandlung“, teilte der Klub mit. Details nannte man nicht, die türkischen Medien spekulieren über eine Virusinfektion mit hohem Fieber. Göle, bisher als taktischer Analyst im Schatten des Cheftrainers, muss nun in der Türkei-Kupsi die richtigen Weichen stellen.

Für Fenerbahçe kommt der Ausfall zum ungünstigsten Zeitpunkt. Die Mannschaft liegt in Gruppe C auf Rang drei, nur ein Sieg gegen Gaziantep sichert die Chance auf das Achtelfinale. Im neuen Modus der 24er-Turnierstruktur dürfen sich zusätzlich die beiden besten Dritten aller Dreier-Gruppen noch für die K.o.-Runde qualifizieren. Ein Punkt reicht nicht, es muss drei geben.

Tedesco selbst soll laut Klubmitteilung „in Kürze“ wieder zurückkehren. Kicker berichtet, dass er bereits am Samstag gegen Samsunspor auf der Bank sitzen könnte – wenn sich seine Werte stabilisieren. Bis dahin lauert auf Göle die erste echte Bewährungsprobe. Der 45-jährige ehemalige Juniorentrainer kennt die internen Codes, doch die taktische Handschrift des Kollegen wird fehlen.

Die Fans reagieren besorgt. Auf Twitter trendet der Hashtag #GeçmişOlsunTedesco („Gute Besserung, Tedesco“) mit über 80 000 Erwähnungen. Die Erinnerung an den abrupten Rücktritt von Vorgänger Jorge Jesus wegen Gesundheitsproblemen sitzt tief. Die Vereinsführung betont: „Diesmal ist es nur eine kurze Pause.“

Die Wahrheit wird sich heute Nacht zeigen. Gaziantep hat in der Liga zuletzt dreimal unentschieden gespielt, kassierte aber nur zwei Gegentore. Bei Standards wirkt die Mannschaft von Trainer Bülent Korkmau kompakt wie eine Betonwand. Göle muss jetzt beweisen, dass er Tedescos Druckfußball nicht nur nachplappert, sondern auch lebt.

Am Ende zählt nur eins: drei Punkte. Ohne sie droht Fenerbahçe das Aus in einem Wettbewerb, den der Klub seit 2013 nicht mehr gewonnen hat. Die Uhr tickt – und Göle hat 90 Minuten, um zu beweisen, dass er mehr ist als die zweite Wahl.