Bacary sagna startet fußball-revolution: ki findet talente, bevor scouts zuschlagen

Ein ehemaliger Premier-League-Wallschlitzer gräbt den Talentefriedhof des Profifußballs aus. Bacary Sagna, 40, hat nach 389 Einsätzen in Englands Topklubs die Stiefel an den Nagel gehängt – und sofort ein Start-up hochgeschossen, das Vereinsstrukturen erschüttern könnte.

Algorithmus statt augenschein – wie ladisfaction funktioniert

Fünf Jahre lang programmierte der Franzose in einem Londoner Keller. Heraus kam Ladisfaction, eine Plattform, die mit KI-Videoscanning jeden Zweitliga-Jungen analysiert, der sein Handy auf ein Tor richtet. „Ich habe zu viele Kicker im Pariser Banlieue gesehen, die nie einen Bogenstrich ausprobiert haben, weil kein Scout sie bemerkte“, sagt Sagna TSV Pelkum Sportwelt exklusiv. Das System misst Laufwege, Ballannahme, Passgeschwindigkeit und spuckt einen Wert aus, der direkt in die Datenbank von 47 Klubs fließt – von Leeds United bis Rayo Vallecano.

Der Clou: Der Spieler selbst bestimmt, wann er sichtbar ist. Drei Klicks, Hochladen, fertig. Keine Agentur, kein Instagram-Hype nötig. „Scouts bekommen einen Push, wenn ein 17-Jähriger in Bochum plötzlich 34 km/h sprintet und 92 % Passquote liefert“, erklärt Sagna. Das klingt nach Sci-Fi, ist aber schon Realität: In der Beta-Phase fanden sich 312 Spieler, acht erhielten Profiverträge, darunter zwei in der Serie A.

Der preis der wahrheit – warum sagna jetzt keine fernsehkönige mehr braucht

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Die Premier League zahlte ihm einst 120 000 Pfund die Woche. Heute kostet die Premium-Mitgliedschaft für Talente 89 Euro im Jahr – weniger als ein Paar Nike Phantom. „Ich wollte nicht noch eine Marke, ich wollte einen Rettungsring“, sagt er. Die Einnahmen kommen von Klub-Lizenzen und von Partner Ladbrokes, das Wettquoten auf die hochgescouteten Youngster anbietet. Klingt nach Kommerz? Ist es. Aber es finanziert kostenlose Accounts für Spieler aus Afrika und Asien, die sonst nie einen Test bekommen würden.

Sagna selbst lebt zurückgezogen in Genf. Keine TV-Deals, keine After-Dinner-Speeches. Stattdessen sitzt er nachts vor Dashboards, in denen Laufkilometer von 14-Jährigen blinken. „Ich habe meine Ruhe gefunden, aber ich bin noch mitten im Spiel – nur auf der anderen Seite des Rasens.“

Bisher haben 3 800 Vereine weltweit Zugriff. Die Zahl wird sich verdoppeln, wenn Ladisfaction im Oktober auf Spanisch und Arabisch erscheint. Dann werden Tausende Fußballträume neu sortiert – nicht durch einen Zufallstreffer, sondern durch Codezeilen eines Mannes, der selbst einmal der schnellste Rechtsverteidiger der Insel war.