Biel plant 2027 ohne sallinen: steinegger zieht die notbremse
Die Playoff-Träume platzten am SCB, doch im Seeland ticken die Uhren schon auf 2027. EHC-Sportchef Martin Steinegger hat den Kader für die Saison 2026/27 fast komplett verriegelt – und dabei einen finnischen Kult-Spieler rausgeschmissen.
Sallinen weg, zwerger kommt
Jere Sallinen verlässt Biel nach fünf Jahren, 247 NL-Einsätzen, 144 Punkten und dem Finaleinzug 2023. Kein Abschied auf Raten, kein „wir verabschieden uns in Würde“. Einfach Schluss. Wer dafür ins Trio der Import-Stürmer rückt? Dominic Zwerger. Der Vorarlberger lieferte in Ambri 30 Punkte pro Saison, kennt sich mit Fabio Hofer bestens aus und soll dem EHCB endlich die ersehnte Konstanz bringen, die selbst Trainer Christian Dubé zuletzt vermisste.
Die Achterbahn-Fahrt der Gefühle war kein Zufall. Nach dem Trainerwechsel von Martin Filander zu Dubé schwankte Biel zwischen Galopp und Kniefall. Gegen Bern dominierte man Spiel eins, kippte durch eine Coaches-Challenge und verflachte komplett. Dubé bleibt, das hat der Klub bestätigt, doch der Kanadier fordert eine „24/7-Mentalität“. Die will man ihm mit einem fast neuen Torhüter-Duo geben.

Janett raus, östlund rein
Luis Janett packt die Koffer, Viktor Östlund rückt von La Chaux-de-Fonds nach. Der 30-jährige Schwede soll hinter Harri Säteri die Ruhebatterie werden, die Janett nie wurde. Offiziell ist der Wechsel noch nicht bestätigt, doch die Handschrift von Steinegger ist unverkennbar: keine emotionale Diskussion, einfach handeln.
In der Defensive bleibt die Rechnung klar: neun Verteidiger unter Vertrag, darauf zwei Import-Plätze. Rodwin Dionicio darf als Schweizer mit Offensiv-Gen offiziell als Einheimischer durchgehen – trotz US-Pass. Die Frage ist nur, ob er hinten nicht zu oft den Rückwärtsgang vergisst. Cedric Aeschbach steigt fest auf, nachdem er bereits letzte Saison zwischendurch ran durfte.

Neuenschwander-ziel: nhl oder bust
Der größte Unbekannte heißt Jonah Neuenschwander. Der 2009er Jahrgang spielt seine vorletzte Saison vor dem Draft und könnte nach Nordamerika abtauchen. Die Kanadier würden ihn mit Kusshand nehmen, die Scouts warten auf Power-Minuten. In Biel steht er noch bis 2027 unter Vertrag – ein Countdown, der jeden Monat lauter tickt.
Die restlichen Ausläufer: Niko Huuhtanen fliegt nach zwei durchwachsenen Jahren, Viktor Löövkämpft mit Gehirnerschütterungs-Folgen, eine Verlängerung gilt als ausgeschlossen. Livio Christen und Gael Christe schlagen sich nach Ajoie durch, damit ist die Reise für sie vorbei.
Am Ende bleibt ein Kader, der fast komplett ist. Ein Import-Slot offen, ein Traum von Konstanz, ein Trainer mit Kanada-Qualität. Und ein Sportchef, der lieber heute als morgen handelt. In Biel steht die Uhr nicht still – sie läuft schon auf 2027.
