Babelsberg rettet 2:2 gegen bfc dynamo – müllers abpraller schockt berlin

Der eigentliche Held hatte 90 Minuten lang kein einziges Mal ins richtige Tor getroffen. Dann traf Luis Müller den Ball – und der Ball traf Willi Reincke. Der BFC-Torwart kassierte in der zweiten Minute der Nachspielzeit das vielleicht bitterste Eigentor seiner Karriere, und das Karl-Liebknecht-Stadion tobte: 2:2 im Derby, Babelsberg kommt zweimal zurück, die Liga bleibt zweigeteilt.

Frühe kaltdusche, späte erlösung

Schon nach 120 Sekunden stand es 0:1. Eine Mittellinien-Flanke, ein Kopfball von Americo Neves, ein trockener Schuss von Leander Fritzsche – 0:1. Die Gäste aus Berlin hatten ihre Hausaufgaben gemacht, die Potsdamer wirkten wie vom Donner gerührt. Doch die Antwort folgte auf dem Fuß: Linus Queisser nutzte ein Knezevic-Zögern zum 1:1 (8.). Die Partie plätscherte danach vor sich hin, bis Ivan Knezevic sich mit einem Kopfball in der 82. Minute rehabilitierte – 1:2. Die Berliner hatten den Sack zugemacht, dachten sie.

Was folgte, war ein Spiegelbild der Regionalliga: harte Laufarbeit, wenig Glanz, maximal Drama. Babelsberg warf alles nach vorne, der BFC konterte halbherzig. Dann der Freistoß, dann das Gedrängel, dann der Abpraller. 90+2 stand es plötzlich 2:2 – und damit alles wie zuvor: Babelsberg auf Rang 13, Dynamo auf 14, beide punktgleich, beide im Niemandsland der Tabelle.

Polizei war dabei, aber die wut blieb aus

Polizei war dabei, aber die wut blieb aus

Die Beamten hat sich versammelt, die Hundestaffel war bereit – schließlich war das Pokal-Halbfinale von Dynamo bei Sparta Lichtenberg erst wenige Tage alt, inklusive Pyro-Choreo und Platzsturm. Doch am Mittwochabend blieb es ruhig. 1.500 Zuschauer, zwei Kurven, ein paar Pfiffe, fertig. Die Rivalität bleibt, sie schlägt eben nicht immer in Steine um.

Während in Potsdam die Punkte geteilt wurden, lief woanders der Abstiegskrimi weiter. Hertha Zehlendorf kassierte gegen Carl Zeiss Jena die nächste Packung (0:3) und bleibt mit 14 Punkten das klarer Schlusslicht. BFC Preussen drehte in Meuselwitz einen 0:1-Rückstand und gewann 3:2 – damit springt der Klub auf Platz neun und lässt die Konkurrenz endgültig hinter sich.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: In der Regionalliga Nordost zählt selten die schönste, immer die ehrlichste Geschichte. Und die lautet: Wer zweimal zurückkommt, verliert trotzdem nicht – aber gewinnen tut auch keiner.