Atlético und barcelona blicken auf verletzte stars – simeone und flick jonglieren mit notkadern
Jan Oblak läuft heute nur auf dem Rasen des Metropolitano herum, um die Linien zu prüfen. Spielen wird er nicht. Der Slowene, 13 saubere Blätter in dieser Saison, bleibt neben Llorente, Pubill und Barrios außer Gefecht – vier Leitplanken aus Simeones Starter-Set fehlen am Sonntag gegen Barcelona. Die Katalanen antworten mit Raphinha (Oberschenkelzerrung, fünf Wochen), De Jong und Christensen. Kurz vor dem Champions-League-Achtelfinale stehen zwei Topklubs kurz vor dem Kollaps.
Simeone rechnet mit notlösungen – und mit wut
Der Trainer spricht brüchig. „Oblak hat sich bestmöglich entwickelt, Mendoza und Pablo ebenfalls, aber sie alle erst am Montag ins Mannschaftstraining“, sagt er. Cardoso kam mit Muskelfaserriss aus der Länderspielpause zurück. Die Rechnung: fünf Langzeitverletzte plus Llorente wegen Gelbsperre. Atlético muss erneut auf den 21-jährigen Mollejo und den Winterzugang Gálvez zurückgreifen – Spieler, die eigentlich Cup-Runden vorbehalten waren.
Die Statistik nagt an Simeone. Ohne Oblak kassierte Atlético in den letzten zwölf Pflichtspielen 1,9 Tore pro Partie, mit ihm nur 0,6. Die Druckphase beginnt: Liga, Copa, Champions League. Ein-Aus-Aus-Aus ist keine Option mehr.

Flick gewinnt verteidiger zurück – verliert aber seine schaltzentrale
Hansi Flick kann zumindest Koundé und Balde wieder in die Kabine schicken. Beide trainieren, keiner ist Startelf-kompatibel nach fünfwöchiger Zwangspause. Raphinha fehlt als Differenzmacher auf der linken Seite, De Jong als Metronom im Zentrum. Das Mittelfeld rückt zusammen: Gündogan muss alleine die Tempi schalten, Pedri übernimmt Pressing-Metern. Das erste Mal seit dem 1:2 in Monaco spielt Barcelona ohne seine beiden Ball-Roboter gleichzeitig.
Die medizinische Abteilung des Klubs rechnet für De Jong mit „Rückkehr in Gruppenarbeit nächste Woche“. Doch das Duell gegen Atlético kommt zu früh. Damit bleibt Flicks taktische Achse brüchig: Lewandowski erhält weniger Steilpässe, Joao Félix muss defensiver arbeiten als vorgesehen.
Der Sieg in der Liga ist für beide Trainer Pflicht, um vor dem Champions-League-K.o.-Duell Selbstvertrauen zu tanken. Doch wer in Madrid gewinnt, gewinnt mit zweiter Garnitur. Die Verletztenliste ist länger als der Kader – ein Spiegelbild einer Saison, die sich vor allem durch Belastung definiert. Wer am Sonntagabend jubelt, darf sich nicht wundern, wenn die Freude nur bis Mittwoch reicht.
