Athletic kehrt zurück: valverdes abschied und der letzte sprint richtung europa
San Mamés atmet auf – und schon jagt der nächste Sturm darauf zu. Am Dienstag rollt der Ball wieder auf Lezama, doch zwischen den Linien liegt diesmal mehr als nur Rasen. Ernesto Valverde wird die 500-Marke knacken, dann abdanken. Die Kabine wusste es vorher nicht, aber sie spürte es. „Für mich der beste Trainer, den ich je hatte“, sagt Gorka Guruzeta im Gespräch mit Radio Euskadi. 13 Treffer hat er diese Saison gesetzt – kein Athletic-Spieler öfter.
Der sieg gegen betis war erst der startschuss
Die drei Punkte gegen Betis haben das Fieber wieder hochgeschraubt. Von 13 auf 43 – nur vier Zähler trennen die Rot-Weißen noch vom Sechsten. „Wir haben Mannschaftsstärke bewiesen, obwohl wir fast die komplette Saison mit einem Lazarett kämpfen“, so Guruzeta. Die Basken verloren bislang 312 Spieltage an Verletzungen – Rekwerte in LaLiga. Doch genau das verändert den Blick: „Wenn wir nach oben schauen, wird’s leichter zu atmen. Nach unten schauen macht nur nervös.“
Die Spieler haben sich in kleinen Zirkeln abgesprochen: Kein Wort über anstehende Wahlen, kein Tweet über mögliche Nachfolger. „Wir sind Profis, keine Politiker“, sagt Guruzeta knapp. Das einzige Ziel lautet: Europa. Und dafür, betont er, „werden wir bis zur letzten Sekunde rennen“.

Guruzeta jagt die konstante im tor
Der 26-Jährige kennt seine Phasen. Beim Amorebieta traf er 2021 erstmals im Dezember – danach jagte er 13 weitere Bälle ins Netz. Auch 2026 begann er glühend heiß, doch März blieb ohne Treffer. „Stürmer leben von Statistiken, aber das Team lebt von Punkten“, sagt er. Also prescht er weiter, sucht Lücken, spielt Pässe, blockt gegnerische Aufbauten. „Tore sind das Salz, aber das Fleisch ist die Arbeit davor.“
Am Sonntag wartet Rayo Vallecano, dann Girona, später Barça. Ein Programm, das selbst Optimisten erstickt. Doch Guruzeta lacht trocken: „Wir brauchen keine Gnade, wir brauchen Tore – und die kommen nur, wenn wir bereit sind zu sterben.“ Die Zahlen sprechen für sich: Athletic erzielte in 29 Spielen 42 Tore – 15 davon nach Standards. Drei weitere und Valverde darf mit einem Lächeln gehen, das 500-Mark wird zur Legende. Der Abschied wäre perfekt, die Qualifikation zur Europa League das Sahnehäubchen. Wer jetzt noch zweifelt, hat San Mamés nie erlebt.
