Asvel schlägt kapital-alarm: parker und die 500-millionen-offensive

Frankreichs ewiger Underdog wird plötzlich zum Geheimfavoriten. ASVEL Villeurbanne, die in den letzten beiden Spielzeiten der Euroliga den letzten Platz belegte und geradewegs in die Bedeutungslosigkeit zu schlittern drohte, sammelt jetzt eine halbe Milliarde Dollar ein. Hinter den Kulissen bauen Joey und Jesse Buss mit ihrem Fonds Buss Sports Capital ein milliardenschweres Konsortium auf. Zweites Standbein: zwei weitere US-Großinvestoren, deren Namen derzeit nur in NDA-versiegelten Zirkeln flüstern.

Ein liga-keller wird zur shopping-meile

Die Zahlen sind schon jetzt absurd. Armoni Brooks wechselt von Armani Mailand für 4,5 Millionen Euro brutto in zwei Jahren – damit wäre er sofort der Top-Verdiener der Liga-Historie. Timothé Luwawu-Cabarrot, bislang bei Baskonia, soll folgen; Sylvain Francisco und Frank Ntilikina liegen auf dem Tisch. Selbst Gerschon Yabusele, gerade erst in den Play-offs der NBA glänzend, überlegt offenbar ein Comeback nach Europa. Parker selbst schickt Whatsapp-Sprachnachrichten mit Emojis und NBA-Champagner-Videos – sein Charmeoffensive, um Stars zu überzeugen.

Die Ironie: Nur wenige Monate zuvor galt ASVEL als sicherer Absteiger. Die Euroliga bestrafte den Klub mit einer empfindlichen Geldstrafe, weil er das Mindest-Ausgabenlimit von 80 % des Marktdurchschnitts unterschritt. Intern kursierte das Gerücht, man werde die Champions League aufsuchen und sich dem FIBA-Projekt „NBA Europe“ anschließen. Stattdessen setzte Parker – noch Co-Eigentümer – zum spektakulären Schachzug an und verlängerte den Vertrag trotz Ausstiegsklausel über 10 Millionen Euro. Ein Poker, der jetzt aufzugehen scheint.

Von der strafbank an die spitze der gehaltsliste

Von der strafbank an die spitze der gehaltsliste

Die neue Machtbasis reicht buchstäblich bis in den US-Senat. Die Buss-Brüder, ehemalige Miteigentümer der Lakers, haben einen Fonds von 500 Millionen Dollar aufgelegt, der ausschließlich in europäische Basketball-Assets fließt. Dazu kommt ein Family Office aus dem Silicon Valley sowie ein Golf-Klub-Konsortium aus Dubai. Gemeinsam sollen sie rund 120 Millionen Euro in den Kader pumpen – fast dreimal so viel wie bisheriger Spitzenreiter Barcelona ausgibt.

Und die Euroliga? Sie schweigt. Offiziell heißt es, man prüfe „laufend die Einhaltung der Regularien“. Hinter vorgehaltener Hand aber raunt man sich zu, dass man Parker und seinen Geldgebern einen Gefallen schuldet. Schließlich ist ASVEL einer der 13 A-Lizenz-Inhaber. Ein Abstieg hätte die Liga vor ein juristisches Chaos gestellt. Nun nimmt sie lieber die Milliarden von außerhalb und schaut weg, wenn die Gehaltsstruktur plötzlich wie ein Kartenhaus zusammenbricht.

Das Finale der Saison 2025/26 könnte in Lyon stattfinden – und der Gastgeber wäre nicht mehr Zuschauer, sondern Mitspieler um den Titel. Die 500 Millionen Dollar haben die Linien neu gezeichnet. Wer ASVEL unterschätzt, verliert.