Giro d'italia: valgren feiert comeback, leknessund hadert mit serie
Andalo – Ein Tag für Überraschungen und emotionale Geschichten beim 17. Teilstück des Giro d'Italia. Während Jonas Vingegaard und die Favoriten einen vergleichsweise ruhigen Tag erlebten, lieferten sich Ausreißer einen packenden Kampf um den Etappensieg und die begehrten Trikots. Doch es waren vor allem zwei skandinavische Fahrer, die die Schlagzeilen beherrschten: Michael Valgren und Andreas Leknessund.
Valgrens triumph: ein langer weg zurück an die spitze
Michael Valgren, der Däne, feierte einen überwältigenden Etappensieg und damit ein beeindruckendes Comeback. Vier Jahre ohne Sieg, eine schwere Verletzung bei der Route d'Occitanie 2022, die seine Karriere fast beendete – Valgren hat alles überwunden. Sein Sieg ist nicht nur ein Triumph für ihn selbst, sondern auch ein Beweis für die unglaubliche Widerstandsfähigkeit und den unbändigen Willen von Sportlern. „Es ist superschwer, von so etwas zurückzukommen auf das Level“, kommentierte EFs Sportlicher Leiter Juan Manuel Garate am Eurosport-Mikrofon. Sein Sohn Noahs selbstgebastelter Poké-Ball als Glücksbringer schien zu wirken.
Die Freude im Team war riesig. Madis Mihkels meinte: „Wenn es einer von uns verdient, dann ganz sicher er!“, während James Shaw hinzufügte: „Niemand sonst hätte ich diesen Sieg so sehr gewünscht!“ Sogar Jonas Vingegaard, der vier Jahre ältere Landsmann, bezeichnete Valgren als „Vorbild“, zu dem er zu Beginn seiner Karriere aufgeblickt habe.

Leknessunds frust: die bürde der zweiten plätze
Während Valgren jubelte, stand Andreas Leknessund, ebenfalls aus Skandinavien, mit gesenktem Kopf im Ziel. Bereits der dritte zweite Platz bei diesem Giro d'Italia nagt an dem jungen Norweger. „Ich habe mich gut gefühlt, dachte ich bleibe cool – und dann war es zu spät!“, haderte er. Der Druck, ständig knapp am Sieg vorbeizuschrammen, scheint ihn zu belasten. Sein Sportlicher Leiter Michael Blaudzun sieht die Situation jedoch positiver: „Darf man enttäuscht sein über einen zweiten Platz beim Giro? Wir sind nicht enttäuscht! Wir sind stolz auf Andreas, was er heute wieder getan hat.“

Storks taktische herausforderung: allein in der spitze
Auch Florian Stork (Tudor) mischte im Rennen um den Etappensieg mit, stand jedoch vor einer besonderen Herausforderung. Als einziger Fahrer seines Teams in der Spitzengruppe hatte er es schwer, taktisch die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Es ging recht früh das Gespringe los und da habe ich schon viel Energie gelassen“, erklärte er im Ziel. Die fehlende Unterstützung durch seine Teamkollegen machte es ihm schwer, den entscheidenden Moment zu erwischen. Trotzdem kämpfte er sich auf einen respektablen elften Platz vor.
Die 17. Etappe des Giro d'Italia war somit ein Tag voller Dramatik, Überraschungen und emotionaler Momente. Valgren hat bewiesen, dass Comebacks möglich sind, Leknessund muss lernen, mit der Bürde der zweiten Plätze umzugehen, und Stork hat gezeigt, dass man auch als Einzelkämpfer im Radsport erfolgreich sein kann. Die Frage, wer am Ende in Rom den Gesamtsieg erringen wird, bleibt jedoch offen.
