Asv hamm-westfalen gegen tus vinnhorst – 2500 fans wollen den aufstiegs-knaller

19 Uhr, ausverkauftes Haus, Pulsschlag auf 2500: Im westfälischen Handball-Wohnzimmer rollt der ASV Hamm-Westfalen den roten Teppich Richtung Aufstiegsrunde – doch der TuS Vinnhorst will genau diesen Teppich wegziehen. Drei Spieltage vor Schluss ist das Duell Zweiter gegen Verfolger ein K.o.-Fight mit Turbo-Charakter.

Ein sieg und der asv kann planen

Die Rechnung ist denkbar simpel: Gewinnt der ASV, hat er die Play-off-Tür einen Spaltbreit aufgestoßen, bei zwei weiteren Siegen in den letzten beiden Partien wäre der Sprung in die 2. Bundesliga nicht mehr zu stoppen. Selbst ein Remis reicht theoretisch – dann würden ein Punkt gegen TV Emsdetten und in Lemgo-Lippe genügen. Doch Jamal Naji verbietet seinen Spielern jede Rechenspielerei. „Wir wollen heute Abend die Sache klar machen, Punkt“, sagt der Trainer, seit Oktober Chef einer Truppe, die seitdem wie verwandelt wirkt.

22:2 Punkte hat der ASV in der Rückrunde geholt, nur in Aurich rissen die Siege kurz ab. Die Tore schossen sich in Serie: 40-plus wurde zur Routine, gegen Anderten gab es gar 48:24 – Rekord, Anpfiff, Gänsehaut. Nun droht Tor Nummer 1000 dieser Saison, Bestwert aller vier 3.-Liga-Staffeln. Randnotiz? Für Naji schon, für die Statistik nicht.

Vinnhorst steht mit dem rücken zur wand

Vinnhorst steht mit dem rücken zur wand

Beim TuS Vinnhorst tickt die Uhr lauter. Verlieren die Niedersachsen, ist Platz zwei nur noch Theorie. Die Druckwelle ist spürbar, doch genau das macht Gegner gefährlich. „Wenn der Verfolger keine Option mehr sieht, wird er zur Raubkatze“, weiß Manager Markus Fuchs. Die letzten hundert Stehplätze warfen erneut Öl ins Feuer – weg innerhalb von 48 Stunden. Abendkasse? Fehlanzeige.

Personell kann Naji fast aus dem Vollen schöpfen. Nur Benjamin Edwards laboriert, bei Langzeitverletzten Gasper Horvart und Lars Gudat bleibt die Reha weiter auf dem Plan. Der Rest brennt darauf, im Hexenkessel Westpress-Arena die nächste Machtdemonstration zu liefern.

Handball auf höchstem 3.-Liga-Niveau, 60 Minuten Amok-Tempo, ein ganzer Landesteil hält den Atem an. Wenn um 19 Uhr der Ball rollt, zählt nur noch ein Wort: Sieg. Alles andere ist Schmarrn.