Wolfsburg am sonntag vor dem vizemeistertitel: kann frankfurt stoppen?

Wolfsburg steht vor einer historischen Chance: Drei Spieltage vor Saisonende kann der VfL Wolfsburg am Sonntag in Frankfurt die Vizemeisterschaft bereits vorzeitig perfektmachen. Ein Sieg gegen den direkten Verfolger Eintracht Frankfurt würde die Position des Teams in der Tabelle untermauern und den Weg für eine erfolgreiche Abschlussphase ebnen. Doch die Aufgabe ist alles andere als einfach.

Die ausgangslage: druck und erwartungen

Trainer Stephan Lerch scheint die Bedeutung des Spiels zu begreifen, äußert sich aber dennoch gelassen: „Wenn man uns vor der Saison gesagt hätte, wir gehen zu diesem Zeitpunkt der Saison mit sieben Punkten Vorsprung in das Spiel, dann hätten wir alle gesagt, das nehmen wir.“ Diese pragmatische Herangehensweise spiegelt die Entwicklung des Teams im Laufe der Saison wider. Trotzdem mahnt Lerch zur Vorsicht, insbesondere nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Werder Bremen. „Ich war nicht glücklich, welche Entscheidungen wir getroffen haben“, so der Coach.

Defensive stabilität und offensive zielstrebigkeit

Defensive stabilität und offensive zielstrebigkeit

Die Abwehrleistung gegen Bremen wurde hingegen positiv hervorgehoben. „Die Defensive ist für uns ein wichtiger Bestandteil. Wenn wir das auf den Platz kriegen, dann haben wir zumindest mal einen Punkt“, betonte Lerch. Angesichts von 30 Gegentoren in dieser Saison ist diese Stabilität von entscheidender Bedeutung. Allerdings muss auch das Offensivspiel verbessert werden. „Unser Spiel im letzten Drittel war nicht zielstrebig, nicht effektiv genug“, kritisierte der Trainer. Eine Aufarbeitung dieser Schwächen ist in Frankfurt unerlässlich.

Frankfurter aggressivität und wolfsburger personalsituation

Frankfurter aggressivität und wolfsburger personalsituation

Lerch erwartet eine aggressive Anfangsphase der Frankfurter, die durch die Heimkulisse zusätzlich motiviert sein werden. „Gerade in den Anfangsminuten erwarte ich eine sehr aggressive Herangehensweise. Da müssen wir vorbereitet sein, ruhig bleiben und uns nicht anstecken lassen von der womöglich aufkommenden Hektik.“ Die Personallage beim VfL ist angespannt, insbesondere auf der Linksaußenposition. Cora Zicai, Vivien Endemann und Kessya Bussy fallen verletzungsbedingt aus, auch Janou Levels fehlt. Lerch kündigt an, „kreativ zu werden“, um die entstandenen Lücken zu schließen. Torhüterin Stina Johannes wird aufgrund einer Rotsperre ebenfalls ausfallen, sodass Martina Tufekovic erneut im Kasten stehen wird.

Tufekovic: der rückhalt, den man braucht

Tufekovic: der rückhalt, den man braucht

Lerch lobt Tufekovic überschwänglich: „Ich kann Martina über die gesamte Saison hinweg nur lobend erwähnen. Wir sind froh, Sie als Nummer 2 zu haben. Zum einen, was die Qualität angeht, zum anderen, wie sie diese Rolle annimmt und lebt.“ Ihre Unterstützung und ihr Engagement sind für die Mannschaft von unschätzbarem Wert. Das Duell zwischen Wolfsburg und Frankfurt verspricht ein spannungsgeladenes Spiel zu werden, denn in den bisherigen 14 Aufeinandertreffen gab es noch nie ein Unentschieden. Die Wolfsburger müssen sich auf einen Kampf einstellen, um ihre Chance auf die Vizemeisterschaft zu realisieren. Das Team muss mental und körperlich gefestigt sein, um die Herausforderung zu meistern.