Aston martin: der sommer bringt den wendepunkt – alonso bangt nicht!
Silverstone – Aston Martin hat einen Plan, auch wenn er sich im Moment noch hinter einer dicken Nebelwand verbirgt. Nach einem schwierigen Saisonstart und den deutlichen Worten von Fernando Alonso scheint der britische Rennstall fest entschlossen zu sein, das Ruder herumzureißen. Doch wann genau dieser Wendepunkt kommt und ob er ausreicht, um Aston Martin in der F1-Mitte zu etablieren, ist noch offen.
Alonso: „wir werden nicht von hinten nach vorne springen“
Die Erwartungen sind gedämpft, das räumt auch Alonso ein, der in Monaco mit einem hart erkämpften zehnten Platz einen wichtigen Punkt einfahren konnte. „Es ist repetitiv und bisweilen frustrierend“, so der Spanier über die aktuelle Situation. Der Testcharakter des Großen Preises von Barcelona-Cataluña wird er kaum vermeiden können. Doch das Team scheint sich des Problems bewusst zu sein und arbeitet fieberhaft an Lösungen.
Pedro de la Rosa, Aston Martins Markenbotschafter, drückte es unmissverständlich aus: „Wir müssen alles verbessern – und zwar sofort.“ Das betrifft nicht nur den Motor, sondern auch das Chassis, die Aerodynamik und das Getriebe, das Alonso in Monaco immer wieder Probleme bereitete. „Alles muss verbessert werden. Nicht nur der Motor, auch Kurvenfahrt, schnelle und langsame Kurven. Es gibt nichts Besonderes, es ist einfach so.“
Die Analyse des Saisonverlaufs hat gezeigt, dass Aston Martin in fast allen Bereichen Schwächen offenbart hat. Selbst die traditionell starken Bereiche bei langsamen Kurven konnten die Probleme nicht ausgleichen. Die Balance des Fahrzeugs war und ist fragil. Alonso selbst betonte, dass der Wagen schwierig und inkonsistent im Bremsverhalten sei, was die Aufgabe zusätzlich erschwert.

Ein plan für den sommer: entwicklungsschub in ungarn?
Der Lichtblick: Aston Martin hat einen klaren Entwicklungsplan. Bereits im Sommer, möglicherweise aber auch kurz davor, soll ein umfangreiches Update auf das Fahrzeug aufgetragen werden. „Der Entwicklungsplan ist klar. Im Sommer oder während der Pause, auch wenn wir nicht wissen, ob vorher oder nachher. Es sind viele und signifikante Änderungen geplant. Aber wir müssen sie maximieren und Ruhe bewahren“, so de la Rosa.
Die Verbesserungen sollen in verschiedenen Bereichen ansetzen. Der ADUO-Motor soll mit voller Leistung arbeiten, während das Chassis und das Getriebe ebenfalls überarbeitet werden. Besonders das Getriebe bereitete in Monaco große Kopfschmerzen, da es dem Fahrer das Vertrauen nahm und die Interaktion zwischen Motor und Getriebe beim Bremsen erschwerte. Der Kontakt mit der Wand, bei dem Alonso die Kontrolle verlor, könnte ebenfalls damit in Verbindung stehen, ebenso wie der Unfall von Stroll, der durch eine Bodenwelle verursacht wurde.
Es ist ein langer und schwieriger Weg, aber Aston Martin scheint fest entschlossen, ihn zu gehen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie Honda arbeitet und wie sie die Vibrationen in den Griff bekommen hat“, so de la Rosa. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die geplanten Verbesserungen effektiv umzusetzen und das Fahrzeug für Alonso wettbewerbsfähiger zu machen. Der Sommer wird zeigen, ob der Plan aufgeht und Aston Martin in der Lage ist, in der F1-Mitte Fuß zu fassen.

Barcelona: die wiege der revolution
Besonders symbolträchtig ist der bevorstehende Große Preis von Barcelona-Cataluña, wo das Projekt AMR26 ursprünglich vorgestellt wurde. Damals war es eine Revolution in der Technik, doch die Probleme kamen schnell. Nun soll es eine zweite Chance geben, die Früchte dieser technischen Innovationen zu ernten. Aston Martin will beweisen, dass der lange Atem sich auszahlt und dass der Aufstieg aus dem Keller möglich ist. Ob es für einen Sprung nach vorne reicht, wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Aston Martin gibt nicht auf.
